10 Fragen zu Hunden aus dem Tierheim
Vor der Adoption eines Hundes aus dem Tierheim sollten Sie sich zehn ehrliche Fragen zu Lebensstil, Zeit, Wohnsituation und Kosten stellen. So passen Hund und Halter dauerhaft zusammen, und der Hund muss nicht ein zweites Mal ins Tierheim zurück.
Viele Menschen träumen von einem eigenen Hund oder können sich ein Leben ohne Vierbeiner längst nicht mehr vorstellen. Bevor ein Hund einzieht, lohnt sich der ehrliche Blick auf die eigene Lebenssituation - erst recht, wenn es um die Adoption eines Tierheimhundes geht, der bereits einmal sein Zuhause verloren hat. Wer sich vorab die richtigen Fragen stellt, verhindert, dass der Hund dem neuen Zuhause nicht gerecht wird und am Ende erneut im Tierheim landet.
Die 10 Fragen vor der Adoption eines Hundes
Der Wunsch nach einem Hund ist ein guter Anfang, aber keine Garantie, dass er wirklich in Ihren Alltag passt. Hunde sind soziale Wesen und brauchen engen Kontakt zu ihren Menschen - sie sollten nur wenige Stunden am Tag allein bleiben müssen. Richten Sie Ihre Freizeit auf die Bedürfnisse des Tieres aus, etwa mit gemeinsamen Ausflügen, einer Hundeschule oder einem Hundesportverein.
Wichtig für das Wohlbefinden eines Hundes sind geistige und körperliche Auslastung, nicht unbedingt ein Haus mit Garten. Entscheidend ist, dass er mit seinen Menschen zusammen sein kann und Teil der Familie wird. Kleine Rassen kommen auch in einer kleineren Wohnung zurecht, große Hunde brauchen mehr Platz - die eigenen vier Wände dienen ohnehin oft nur als Rückzugsort, da die meiste Aktivität im Freien stattfindet.
Ein generelles Hundehaltungsverbot im Mietvertrag ist laut Bundesgerichtshof unzulässig - das bedeutet aber nicht, dass eine Hundehaltung immer erlaubt sein muss. Klären Sie vor der Anschaffung mit dem Vermieter, ob es Einwände gibt. Viele Tierheime verlangen ohnehin eine schriftliche Erlaubnis des Vermieters.
Ein Hund möchte mit seinen Menschen zusammen sein - das beeinflusst auch Urlaubsplanung und Freizeitgestaltung. Welpen brauchen viel Geduld und Erziehung, oft mit Unterstützung einer Hundeschule, während ältere Hunde zwar pflegebedürftiger, dafür aber ruhiger sind. In jedem Fall braucht ein Hund regelmäßige Zuwendung.
Die Geburt eines Kindes verändert für einen Hund viel: Die Familie wächst, gleichzeitig bekommt er weniger Aufmerksamkeit, was zu Eifersucht führen kann. Wer noch mitten in der Familienplanung steckt, sollte das vorab bedenken. Mitunter ist es sinnvoller, die Familienplanung erst abzuschließen und den Hund später anzuschaffen.
Vor der Adoption sollten alle Familienmitglieder mit dem neuen Hund einverstanden sein und sich auf ihn freuen. Ebenso wichtig: Eine Tierhaarallergie sollte bei allen im Haushalt vorab ausgeschlossen werden, denn sie kann ein Zusammenleben mit einem Hund erheblich erschweren.
Ein Hund im Haus bedeutet auch laufende Kosten: In Deutschland fällt Hundesteuer an, deren Höhe von Kommune zu Kommune variiert, und vielerorts ist eine Hundehaftpflichtversicherung Pflicht. Optional kommt noch eine Hundekrankenversicherung hinzu, die den Geldbeutel zusätzlich belastet.
Auch ein gesunder Hund kann im Laufe seines Lebens erkranken oder verunglücken - regelmäßige Tierarztbesuche gehören ohnehin zur Gesundheitsvorsorge. Im Ernstfall können dabei schnell einige Tausend Euro anfallen. Wer keine Tierkrankenversicherung abschließt, sollte entsprechende Rücklagen bilden, damit unerwartete Tierarztkosten nicht zum finanziellen Problem werden.
Anders als hohe Tierarztkosten, die eher die Ausnahme sind, fallen Futterkosten dauerhaft an - schließlich muss der Hund jeden Tag adäquat ernährt werden. Im Tierfachhandel gibt es Hundefutter in vielen Preisklassen, doch gerade hier sollte man nicht am falschen Ende sparen.
Je nach Rasse unterscheiden sich Hunde deutlich in Charakter und Bewegungsdrang - ein kleiner Jack Russell Terrier etwa ist trotz geringer Größe ein lebhafter Wirbelwind mit ausgeprägter Jagdlust, während ein Bernhardiner eher Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Auch bei einem Hund aus dem Tierheim lohnt sich daher ein Blick auf die Rasse. Gleichzeitig ist jeder Hund ein Individuum: Im Gespräch mit den Tierpflegern und bei gemeinsamen Spaziergängen finden Sie am besten heraus, ob die Chemie stimmt.
Tipp aus der Redaktion
Nehmen Sie sich beim Kennenlernen im Tierheim Zeit und sprechen Sie offen mit den Tierpflegern - sie kennen den Charakter jedes Hundes genau und beraten ehrlich, auch zu möglichen Schwierigkeiten. Lieber ehrlich etwas weniger wollen als sich zu übernehmen: Ein Hund, der wirklich zu Ihrem Leben passt, macht am Ende alle glücklicher.
Weiterführende Ratgeber
Ihren Hund im Tierheim finden
In den Tierheimen warten viele Hunde jeden Alters und jeder Rasse auf ein neues, liebevolles Zuhause. Finden Sie einen Hund in Ihrer Nähe und lernen Sie Ihren künftigen Begleiter persönlich kennen.
Hunde aus dem Tierheim