Kleintiere aus dem Tierheim

Wer an Tiere im Tierheim denkt, hat zumeist Hunde und Katzen vor Augen, die in Zwingern mit traurigen Augen auf ihre neuen Besitzer warten. In den Tierheimen Deutschlands befinden sich darüber hinaus aber auch unzählige Kleintiere in der Vermittlung und füllen die Kleintierhäuser der Heime. Nahezu jeder Zooladen hat auch Kleintiere und Nager im Angebot und offeriert diese oftmals zu niedrigen Preisen, so dass es ein Leichtes ist, sich einen Hamster, ein Kaninchen oder ein anderes Kleintier zuzulegen. Nicht selten kommt es so zu unüberlegten Spontankäufen, die am Ende zu Lasten der Tiere gehen. Unkenntnis, Desinteresse oder auch eine Überforderung sorgen früher oder später oftmals dafür, dass solche Tiere im Tierheim landen. Wenn Sie und/oder Ihre Kinder Interesse an einem Kleintier haben, sollten Sie also von derartigen Spontankäufen Abstand nehmen und auch die Anschaffung eines Kleintieres sorgfältig überdenken. Ist die Entscheidung gefallen, lohnt sich ein Ausflug ins nächstgelegene Tierheim. Unzählige Kleintiere stehen dort stets zur Vermittlung bereit und freuen sich über Menschen, die ihre Bedürfnisse kennen und ihnen ein artgerechtes Zuhause schenken.

Was sind Kleintiere?

Der Begriff Kleintiere bezieht sich nicht nur auf die im Vergleich zu Hunden und Katzen geringe Größe entsprechender Haustiere, sondern wird in der Regel als zusammenfassender Oberbegriff für die folgenden Tierarten verwendet:

  • Kaninchen
  • Meerschweinchen
  • Ratten
  • Farbmäuse
  • Wüstenrennmäuse
  • Degus
  • Chinchillas

Aufgrund der Tatsache, dass immer mehr exotische Kleintiere als Haustiere gehalten werden, ließe sich diese Liste noch deutlich fortsetzen. Nichtsdestotrotz gibt sie einen guten Überblick über die Kleintiere, die am häufigsten als Haustiere gehalten werden. Züchter und Händler halten hier ein großes Angebot bereit, wobei diese Kleintiere praktisch auch immer in den Tierheimen vorhanden sind.

Warum werden Kleintiere im Tierheim abgegeben?

Nicht selten glauben Menschen, dass ausschließlich problematische Vierbeiner in den Tierheimen sitzen, doch dem ist keineswegs so. In den meisten Fällen werden Tiere nicht abgegeben, weil sie ein problematisches Verhalten zeigen, sondern weil der Halter bei der Anschaffung unüberlegt gehandelt hat. Wurde ein Nager zur Unterhaltung des Kindes angeschafft, landet das Tier mitunter schnell im Heim, weil der Nachwuchs das Interesse daran verloren hat. Möglicherweise stellen Tierhalter aber auch im Laufe der Zeit fest, dass sie den Bedürfnissen des Kleintiers nicht gerecht werden können. Viel zu kleine Käfige im Handel sowie die geringe Größe der Tiere erwecken zuweilen den Eindruck, es bedeute keinerlei Aufwand, ein Kleintier zu halten. Dem ist jedoch nicht so, schließlich übernimmt man als Mensch Verantwortung für ein anderes Lebewesen und sollte sich dessen bewusst sein. So manches Kleintier verliert aber auch sein liebevolles Zuhause, weil der Besitzer erkrankt oder verstirbt.

Die allgemeine Skepsis gegenüber Tierheimtieren ist folglich auch bei Kleintieren und Nagern unbegründet. Die Tiere sind Opfer ihres Schicksals und hoffen nun darauf, es künftig besser zu haben.

Welcher Nager passt zu mir?

Wer den Entschluss gefasst hat, sich ein Kleintier oder einen Nager anzuschaffen und dabei gewillt ist, Tierheimtieren eine Chance zu geben, sollte sich auf den Tierheimbesuch vorbereiten. Nager sind zwar klein und auch günstig zu haben, verdienen aber dennoch ein artgerechtes Zuhause. Nicht selten führen sie allerdings ein Dasein als Käfigtiere im Kinderzimmer und leiden unter der unsachgemäßen Haltung. Unabhängig davon, ob es ein Kaninchen oder ein Nager sein soll, ist es unerlässlich, sich mit den Haltungsbedingungen der einzelnen Arten zu befassen. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte gilt es dann, der Frage nachzugehen, welches Kleintier beziehungsweise welcher Nager zu einem passt. Zunächst ist die Optik ein nicht unwesentlicher Aspekt, schließlich soll das Tier auch gefallen. Mindestens ebenso wichtig sind aber die Eigenschaften des Tieres. Auf der Suche nach dem passenden Kleintier sind folglich die folgenden Punkte abzufragen:

  • Platzbedarf
  • adäquate Unterbringung
  • erforderliche Ausstattung
  • Gruppenhaltung oder Einzelhaltung
  • Lebenserwartung
  • Bindung an den Menschen

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Bindung an den Menschen. Für viele Menschen soll ein Kleintier möglichst zahm werden und somit eine gewisse Zutraulichkeit an den Tag legen. Dabei darf man allerdings nicht zu viel erwarten, denn man kann Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und andere Kleintiere nicht mit Hunden und Katzen vergleichen, die eine enge Bindung zum Menschen aufbauen. Aus diesem Grund ist von der Anschaffung von Kleintieren für Kinder oftmals abzuraten. Ältere Kinder und Erwachsene, die auch damit leben können, die Tiere eher zu beobachten als mit ihnen zu spielen und zu kuscheln, werden aber ihre helle Freude an ihnen haben. Wenn es dahingegen ein menschenbezogenes Kleintier sein soll, kann ein kleines Rudel Ratten die richtige Wahl sein. Entgegen aller Vorurteile handelt es sich dabei um sehr reinliche Tiere, die zudem recht zahm werden können. Wie bei den meisten anderen Kleintieren auch, ist die Lebenserwartung allerdings relativ gering.

Worauf muss man bei Kleintieren aus dem Tierheim achten?

Abgesehen von den Punkten, die vor der Anschaffung eines Kleintiers immer gelten, sollte man bei der Adoption eines Tierheimtieres bedenken, dass dieses mitunter nicht die besten Erfahrungen mit Menschen gesammelt hat und bislang vielleicht unter schlechten Bedingungen leben musste. So zeigen sich Kleintiere aus dem Tierheim zuweilen scheu und ängstlich und bringen möglicherweise auch gesundheitliche Einschränkungen mit. Allerdings ist ihr Charakter bereits bekannt und die Tierpfleger können über die Persönlichkeit Auskunft geben. Immer wieder findet man so auch zutrauliche oder sogar zahme Kleintiere im Tierheim, so dass die Eingewöhnung und Zähmung deutlich einfacher ausfallen dürfte. So weiß man direkt, worauf man sich einlässt und kann abschätzen, ob das Tier passt oder nicht. Hier sollten Interessenten vor allem auch ehrlich zu sich selbst sein, denn ansonsten endet die Adoption eines Tierheimtieres in einem Fiasko und das Tier verliert erneut sein Zuhause.

Wie läuft die Kleintiervermittlung im Tierheim ab?

Wer sich für ein Kleintier interessiert, kann zunächst auf den Websites der umliegenden Tierheime und Tierschutzvereine vorbeischauen und sich so einen ersten Eindruck von den zu vermittelnden Kleintieren und Nagern verschaffen. Aufgrund der großen Masse ist es den Verantwortlichen aber oftmals nicht möglich, online detaillierte Angaben zu den einzelnen Tieren zu machen. Gegebenenfalls kann man sich zunächst telefonisch erkundigen, bevor man dem Tierheim einen Besuch abstattet. Dort kann man sich dann im Kleintierhaus umsehen und nach dem passenden Vierbeiner Ausschau halten. Im Gespräch mit dem Tierpfleger erfahren Interessenten dann mehr über das Tier und seine Vorgeschichte. Der Pfleger erkundigt sich zudem nach den Haltungsbedingungen beim Interessenten und klärt diesen über die Anforderungen und Bedürfnisse auf. Gegebenenfalls kann es auch erforderlich sein, eine Vorkontrolle zu absolvieren. Ist diese positiv ausgefallen, freut sich das Tierheim natürlich über eine erfolgreiche Vermittlung, die auf Basis eines Schutzvertrages abgewickelt wird. Ob man das Tier sofort mitnehmen kann oder einen etwas aufwendigeren Vermittlungsprozess durchlaufen muss, hängt somit vom jeweiligen Tierheim ab. Auf den ersten Blick empfindet man das Prozedere vielleicht übertrieben, aber man darf nicht vergessen, dass die Kleintiere bereits ihr Zuhause verloren haben und sich dies nicht noch einmal für sie wiederholen soll.

Welche Ausstattung brauche ich für Kleintiere?

Im Gegensatz zu Katzen und Hunden werden Kleintiere und Nager nicht frei in der Wohnung gehalten und gelten daher auch als Käfigtiere. Wer einen solchen Vierbeiner aus dem Tierheim holen möchte, benötigt also zunächst die passende Ausstattung. In erster Linie geht es dabei um einen Käfig, eine Voliere oder ein Gehege, in dem das Tier gegebenenfalls gemeinsam mit Artgenossen adäquat untergebracht werden kann. Ausreichend Platz sowie etwaige Klettermöglichkeiten sind ebenso wie passende Häuschen und Verstecke absolut unverzichtbar. Gerne helfen die Tierheimmitarbeiter weiter, wenn es um eine adäquate Unterbringung geht.

Auf Empfehlungen aus dem Zoofachhandel sollte man sich allerdings nicht einfach verlassen, denn die angebotenen Käfige sind oftmals deutlich zu klein für eine dauerhafte Unterbringung. Futter und Einstreu findet man dort dahingegen in großer Auswahl und annehmbarer Qualität vor. Bevor das Tier einzieht, sollte der Käfig fertig eingerichtet sein, so dass man dem Tier erst einmal Ruhe gönnen und Zeit geben kann, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden.

Fazit

Die Bedürfnisse von Kleintieren und Nagern werden aufgrund ihrer geringen Körpergröße oftmals unterschätzt. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass man solche Tiere im Zoofachhandel und mitunter sogar im Baumarkt kaufen kann. Die Wertschätzung von Kleintieren als Lebewesen geht dadurch oftmals verloren, so dass diese besonders häufig im Tierheim landen. Verantwortungsbewusste Tierfreunde sollten folglich eher über die Adoption eines Tierheimtieres nachdenken und auch Kleintieren eine zweite Chance geben. Es muss schließlich nicht immer ein Jungtier sein, denn auch ausgewachsene Degus, Meerschweinchen und Kaninchen sind überaus niedlich. Zudem kommen auch viele Kleintiere trächtig ins Tierheim, wodurch auch ihr Nachwuchs ein neues Zuhause sucht.

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