Hundeführerschein

Der Begriff Hundeführerschein wirkt zunächst befremdlich, schließlich handelt es sich bei Hunden nicht um Fahrzeuge, sondern um Lebewesen. Nichtsdestotrotz hat sich der Hundeführerschein in Deutschland etabliert und dient hier als Nachweis der Befähigung als Hundehalter. Grundsätzlich soll der Hundeführerschein belegen, dass der betreffende Hundehalter dazu in der Lage ist, korrekt mit dem Vierbeiner umzugehen und ihn kontrollieren zu können. In Anbetracht der Tatsache, dass der Hund als bester Freund des Menschen gilt und für die meisten Menschen zu einem echten Familienmitglied wird, wirkt der Nachweis, dass der Hund weder für andere Tiere noch für Menschen eine Gefahr darstellt, möglicherweise merkwürdig. Spätestens dann, wenn ein aktueller Beißvorfall die Schlagzeilen bestimmt, wird jedoch deutlich, dass ein unkontrollierter und aggressiver Hund durchaus zu einer Gefahr für Leib und Leben werden kann. Der Hundeführerschein soll dazu führen, dass es erst gar nicht so weit kommt. Aus diesem Grund fragt er einerseits die Kenntnisse des Halters in Sachen Hundeerziehung und Hundeverhalten ab und überprüft andererseits das Verhalten sowie den Gehorsam des Tieres.

Die verschiedenen Hundeführerscheine

Wer sich zum Thema Hundeführerschein informiert, stellt rasch fest, dass Hundeführerschein nicht gleich Hundeführerschein ist. In der Bundesrepublik haben sich verschiedene Befähigungsnachweise für Hundehalter etabliert. Dabei handelt es sich um:

  • BHV-Hundeführerschein
    Der Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen hat einen eigenen Hundeführerschein konzipiert, der typische Alltagssituationen prüft und außerdem auch auf gesetzliche Regelungen, Kommunikation zwischen Mensch und Tier sowie die Gesundheit des Hundes eingeht.
  • VDH-Hundeführerschein
    Der Verband für das Deutsche Hundewesen ist nicht nur auf dem Gebiet der Hundezucht eine der führenden Institutionen in Deutschland, sondern setzt auch auf einen eigenen VDH-Hundeführerschein, der sich der Sachkunde des Hundehalters, dem Gehorsam des Hundes sowie der Sozialverträglichkeit des Hundes widmet.
  • Sachkundenachweis für Hundehalter
    Wenn es um einen Hundeführerschein geht, ist oftmals vom Sachkundenachweis für Hundehalter die Rede. Dieser wird zuweilen seitens der Behörden verlangt. Obwohl es keine bundesweit einheitlichen Regelungen gibt, hat sich die Sachkundeprüfung der Bundesärztekammer hier als bundeseinheitlicher Standard etabliert.

Fragen und Antworten rund um den Hundeführerschein

Nicht nur die unterschiedlichen Hundeführerscheine, sondern auch der Hundeführerschein im Allgemeinen wirft vielfach Fragen auf. Häufig geht es darum, welchen Sinn ein solcher Befähigungsnachweis für Hundehalter hat. Hundehalter sollten darin nicht nur bürokratischen Aufwand sehen, sondern auch den Nutzen erkennen, schließlich werden ihnen in der Vorbereitung Kenntnisse vermittelt, die der Gefahrenvermeidung dienen. Menschen, die um das Verhalten sowie die Bedürfnisse ihres Vierbeiners wissen, können nicht nur etwaige Gefahren minimieren, sondern dem Hund auch besser gerecht werden. Mensch und Tier profitieren somit ebenso wie die gesamte Gesellschaft vom Hundeführerschein. Viele Menschen treiben aber auch ganz praktisch Fragen um, auf die im Folgenden eingegangen werden soll.

In welchen Bundesländern besteht eine Hundeführerschein-Pflicht?

Zunächst stellt sich die Frage, wer einen Hundeführerschein braucht. Dazu kann es keine pauschalen Antworten geben, denn dieses Thema obliegt den Ländern, die sehr unterschiedliche Regelungen haben. Es ist daher landesrechtlich geregelt, ob und in welchen Fällen Hundehalter einen Sachkundenachweis benötigen. In vielen Bundesländern besteht eine entsprechende Pflicht nur bei Hunden, die einer bestimmten Rasse angehören. Zuweilen kann aber auch die Haltung eines größeren Hundes einen Hundeführerschein erfordern, unabhängig von der jeweiligen Rasse. Wer einen großen, vermeintlich gefährlichen oder auffällig gewordenen Hund hält, muss folglich in der Regel seine Sachkunde nachweisen. Zuweilen kann dies aber auch für alle Hundehalter Pflicht sein. Ein gutes Beispiel dafür ist Niedersachsen, denn dort ist für die Hundehaltung ein Hundeführerschein stets Pflicht.

Wie kann man sich auf den Hundeführerschein vorbereiten?

Die Vorbereitung auf die Sachkunde für Hundehalter findet am besten in einer Hundeschule vor Ort statt. Dort erhält der Halter Theorieunterricht und absolviert zudem praktisch Übungen gemeinsam mit seinem Vierbeiner. Der Hund erhält so eine grundlegende Erziehung, während Mensch und Tier auf die Sachkundeprüfung vorbereitet werden.

Kann man den Hundeführerschein online absolvieren?

Den eigentlichen Hundeführerschein kann man nicht online absolvieren, sondern muss ihn an zuständiger Stelle ablegen. Übungstests lassen sich aber durchaus über das Internet absolvieren, so dass man als Hundehalter schon recht gut weiß, was auf einen zukommt.

Wie hoch sind die Kosten für den Hundeführerschein?

Die Kosten des Hundeführerscheins sind ebenfalls ein Thema, mit dem sich Hundehalter befassen müssen. Zunächst ist der Vorbereitungskurs an der Hundeschule zu nennen, dessen Kosten stark variieren können. Darüber hinaus fallen auch noch Prüfungsgebühren an, die typischerweise zwischen 40 Euro und 100 Euro liegen. Durch die Prüfungsvorbereitung können die Kosten für den Hundeführerschein zwar in die Höhe schnellen, im Gegenzug ist aber ein Basis-Erziehungskurs inkludiert.

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