10 Fragen zu Katzen aus dem Tierheim

Das Vorhaben, eine Katze aus dem Tierheim zu adoptieren, ist sehr ehrenhaft. Vorab sollten sich angehende Katzenhalter allerdings einige Fragen stellen und so den eigenen Wunsch nach einer Katze kritisch hinterfragen. Auf diese Art und Weise bewahrt man sich selbst und auch das Tier vor einer unüberlegten Entscheidung, die man später vielleicht bereut, so dass die Katze schlussendlich wieder im Tierheim landet, weil man vollkommen falsche Vorstellungen hatte. Eine solche Situation gilt es unbedingt zu vermeiden. Die Mitarbeiter aus dem Tierschutz begegnen Interessierten daher oftmals sehr kritisch, um sicherzustellen, dass es ihnen ernst mit der Katzenhaltung ist. Es soll also niemand abgeschreckt werden, obgleich zuweilen ein solcher Eindruck entstehen kann. Die Tierheime und Tierschutzvereine möchten die Katzen selbstverständlich erfolgreich vermitteln, sind bei der Auswahl eines passenden Zuhauses jedoch sehr kritisch. Dessen sollte man sich bewusst sein und unter anderem die folgenden Fragen vorab bereits einmal durchgehen.

Passt eine Katze in mein Leben?

Zunächst sollte man sich fragen, ob eine Katze ins eigene Leben passt. Dabei geht es unter anderem darum, ob man selten zu Hause ist und somit vielleicht nur wenig Zeit für das Tier hat. Mit der Adoption einer Katze aus dem Tierheim übernimmt man viel Verantwortung, der man sich bewusst sein muss. Dazu gehört es auch, sich auf die Katzenhaltung einzustellen und den Lebensstil mitunter etwas anzupassen. Menschen, die kaum zu Hause sind, dürften wohl nur wenig von ihrem Stubentiger haben, der möglicherweise ebenfalls unter dem fehlenden Kontakt mit seinem Menschen leidet.

Kann ich die Zeit und Geduld für eine Katze aufbringen?

Zeit und Geduld sind in der Katzenhaltung entscheidende Faktoren, die Interessierte unbedingt mitbringen sollten. So sollte man im Alltag ausreichend Zeit haben, um die Katze adäquat zu versorgen. Zum Spielen und Schmusen sollte ebenfalls ausreichend Zeit bleiben. Insbesondere in der Anfangszeit muss man einiges an Zeit aufwenden, schließlich gilt es erst einmal, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dabei darf man auch nie vergessen, dass Katzen ihren eigenen Kopf haben und nur in gewissem Maße erziehbar sind. Folglich muss man einiges an Geduld und Kompromissbereitschaft mitbringen, wenn man sein Leben fortan mit einer Samtpfote teilen möchte. Immer wieder kann etwas zu Bruch gehen. Zudem ist es auch nicht ausgeschlossen, dass die Katze ihr Kratzbedürfnis an Stellen auslebt, die dem Menschen gänzlich missfallen.

Lässt sich der eventuell vorhandene Kinderwunsch mit der Katzenhaltung vereinbaren?

Die Anschaffung einer Katze ist ohne Frage eine Bereicherung für jede Familie, muss aber mit der Familienplanung vereinbar sein. In vielen Fällen bewährt es sich, zunächst den eventuell vorhandenen Kinderwunsch zu erfüllen und erst ein paar Jahre später eine oder mehrere Katzen anzuschaffen. Diese Reihenfolge ist zwar kein Muss, doch so kann man sich zunächst voll und ganz um den eigenen Nachwuchs kümmern und hat später die Zeit für den tierischen Familienzuwachs. In vielen Katzenhaushalten ist Nachwuchs in Form eines Kindes kein Problem, aber manche Stubentiger kommen nicht damit zurecht, wenn plötzlich ein schreiendes Baby im Haus ist, das die ganze Aufmerksamkeit von Frauchen und Herrchen einfordert. Aggressionen und/oder Unsauberkeiten sind dann oftmals die Folge. Im Idealfall sind die Kinder also bereits da und auch keine Säuglinge mehr, wenn man sich eine Katze ins Haus holt.

Gibt es ein Familienmitglied mit einer Tierhaarallergie?

Dass alle Familienmitglieder mit der Anschaffung einer Katze einverstanden sein sollten, steht außer Frage. Zudem sollten auch keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Nicht wenige Katzen landen aufgrund einer Tierhaarallergie eines Familienmitgliedes im Tierheim. Um dies zu vermeiden und sich selbst sowie dem Tier Leid zu ersparen, sollten Katzenfreunde vorab sicher sein, dass niemand in der Familie unter einer entsprechenden Katzenallergie leidet. Gegebenenfalls sollte man dies durch einen Allergietest im Vorfeld abklären.

Sind meine Wohnverhältnisse für die Haltung von Katzen geeignet?

Ob die Adoption einer Katze aus dem Tierheim tatsächlich in Betracht kommt, hängt auch maßgeblich von den persönlichen Wohnverhältnissen ab. Grundsätzlich sind Katzen genügsame Tiere, denen allerdings ausreichend Platz zur Verfügung stehen sollte. Dies bedeutet aber nicht, dass eine Katzenhaltung in einem Ein-Zimmer-Appartement komplett ausgeschlossen ist. Es kommt vielmehr auf das Gemüt des Tieres an. Während einige Katzen Freigänger sind und den Auslauf nach draußen brauchen, sind andere Samtpfoten mit einer reinen Wohnungshaltung durchaus zufrieden. Ein Kratzbaum und eine Katzentoilette dürfen allerdings in keinem Katzenhaushalt fehlen.

Erlaubt mein Vermieter die Haltung von Katzen?

Wer der Ansicht ist, einer Katze ein schönes Zuhause bieten zu können, sollte nicht direkt das örtliche Tierheim aufsuchen, sondern zunächst klären, wie der Vermieter zur Katzenhaltung steht. In der Regel gibt der Mietvertrag darüber Auskunft. Vor einigen Jahren hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass ein grundsätzliches Verbot der Katzenhaltung durch den Vermieter unzulässig ist. In der Katzenhaltung ist folglich ein üblicher Gebrauch der Mietsache zu sehen. Entstehen dadurch aber Schäden oder werden die Nachbarn beeinträchtigt, kann der Vermieter die Katzenhaltung mitunter doch untersagen. Dies ist auch der Fall, wenn mehrere Katzen gehalten werden und dadurch nicht mehr von einem üblichen Gebrauch der Mietsache die Rede sein kann.

Werden für die Katzenhaltung Steuern und/oder Versicherungen fällig?

Finanzielle Aspekte spielen bei der Katzenhaltung ebenfalls eine Rolle. Im Gegensatz zu Hundehaltern müssen Katzenhalter keine Steuern zahlen, obwohl eine Katzensteuer immer wieder im Gespräch ist. Auch eine Versicherung ist keine Pflicht, macht aber zuweilen durchaus Sinn. Freigänger und auch Wohnungskatzen können mitunter Schäden bei Dritten verursachen, für die gegebenenfalls eine Haftpflichtversicherung aufkommt. Eine Katzenkrankenversicherung kann zudem helfen, unerwartete und oftmals hohe Tierarztkosten zu finanzieren.

Ist die Finanzierung unerwarteter Tierarztkosten ein finanzielles Problem?

Als Tierhalter übernimmt man die Verantwortung für das Haustier und hat unter anderem für dessen Gesundheitsversorgung Sorge zu tragen. Neben Impfungen und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen gehören vor allem Behandlungen im Bedarfsfall dazu. Unfälle und schwere Erkrankungen sorgen in einem Katzenleben immer wieder dafür, dass ein fähiger Tierarzt gefordert ist. Die Behandlung beim Tierarzt oder auch zeitweise Unterbringung in einer Tierklinik geht allerdings mit zuweilen sehr hohen Kosten im vierstelligen Bereich einher. Mit solchen Kosten muss man als Katzenhalter leider rechnen, weshalb man sich bereits bei der Anschaffung eines Stubentigers fragen muss, ob man sich die hohen Tierarztkosten leisten kann. Der Katze aus finanziellen Gründen eine medizinische Behandlung zu verwehren, ist schließlich unhaltbar.

Wie hoch sind die Kosten für Katzenfutter?

Wenn es um die Kosten einer Katzenhaltung geht, denken die meisten Menschen vor allem an den Tierarzt sowie die notwendigen Anschaffungen, wie zum Beispiel für eine Katzentoilette, Katzenspielzeug und auch einen Kratzbaum. Darüber hinaus darf man aber auch nicht vergessen, dass die Katze nicht allein von Luft und Liebe leben kann. Das Katzenfutter ist ebenfalls ein nicht unerheblicher Kostenfaktor, der nicht außer Acht gelassen werden darf.

Welche Katzenrasse passt zu mir?

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und einer Katzenhaltung nichts im Wege steht, stellt sich immer wieder die Frage, welche Katzenrasse zu einem passt. Katzen sind zwar Individuen mit eigener Persönlichkeit, doch den einzelnen Katzenrassen werden durchaus bestimmte Charaktereigenschaften zugeschrieben. So gilt die Perserkatze als ruhig und ideale Wohnungskatze, während der Europäisch Kurzhaar ein gewisser Freiheitsdrang nachgesagt wird. Im Tierheim findet man oftmals auch Mischlinge und sollte sich ausreichend Zeit nehmen, die Katzen, die dort auf ein neues Zuhause hoffen, näher kennenzulernen. Im Zuge dessen zeigt sich immer wieder, dass nicht die Rasse, sondern die Persönlichkeit der Katze entscheidend dafür ist, ob diese zu einem passt oder nicht.

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