Katzen aus dem Tierheim

Katze aus dem Tierheim adoptieren

In den Tierheimen Deutschlands warten unzählige Katzen auf ein neues Zuhause und wünschen sich nichts mehr als die Chance auf ein Leben in „ihrer“ Familie. Vernachlässigung, Desinteresse, Überforderung oder auch Krankheit oder Tod des Besitzers sorgen regelmäßig dafür, dass Samtpfoten ihr Zuhause verlieren und im Tierheim landen. Dieses muss aber keineswegs die Endstation sein, sondern ist vielmehr als Zwischenstation zu sehen, die den heimatlosen Katzen eine Plattform zur Vermittlung bietet. Katzenbabys, erwachsene Stubentiger und auch ältere Tiere trifft man hier gleichermaßen an. Allerdings nicht nur Hauskatzen, sondern auch so manche Rassekatze wartet im Tierheim auf ein neues Zuhause. Selbst wenn es ein Kitten oder eine bestimmte Rasse sein soll, kann es sich also lohnen, im Tierheim vorbeizuschauen. Hier können Sie sich Ihren Traum von der eigenen Katze erfüllen und zugleich etwas Gutes tun, indem Sie einer Tierheimkatze eine Chance geben.

Was sollte ich bei einer Katze aus dem Tierheim beachten?

Das Vorhaben, eine Katze aus dem Tierheim aufzunehmen, ist sehr ehrenhaft, erweist sich aber auch immer wieder als große Herausforderung. Wer die Sache zunächst etwas unbedarft angeht und einfach dem örtlichen Tierheim einen Besuch abstatten möchte, kann dies natürlich zu den jeweiligen Öffnungszeiten tun. Es empfiehlt sich aber, sich vorab ein paar Gedanken zu machen und zu erörtern, worauf man bei einer Katze aus dem Tierheim besonders achten muss. Zunächst sollte man sich fragen, ob man der Samtpfote Freigang gewähren kann oder doch eher nach einer reinen Wohnungskatze sucht. Katzenbabys sind zwar sehr gefragt und jedes Jahr massenhaft in den Tierheimen zu finden, aber vielleicht kann es auch ein älteres Tier sein. Dieses hat bereits in einer Familie gelebt und so in der Regel zumindest eine grundlegende Katzenerziehung genossen. Insbesondere für Katzenanfänger kann dies von unschätzbarem Wert sein. Mitunter hat die Katze aber nicht nur positive Erfahrungen gemacht und zeigt sich daher erst einmal scheu und zurückhaltend. Daher ist es wichtig, das Gespräch mit den Tierpflegern zu suchen und sich von diesen mehr berichten zu lassen. Diese erleben die Tiere tagtäglich und können in der Regel gut abschätzen, ob die Katze zur Lebenssituation des Interessenten passt oder nicht. Wenn Sie einer Katze aus dem Tierheim eine Chance geben wollen, sollten Sie diese als individuellen Charakter betrachten und nicht nur auf die Optik achten, obgleich diese natürlich ebenfalls ein nicht unwesentlicher Aspekt ist. Entscheidende Punkte bei der Auswahl einer Tierheimkatze sind stattdessen eher:

  • Gesundheit
  • Verträglichkeit
  • Stubenreinheit
  • Persönlichkeit
  • Pflegeaufwand

Kleine Katzen

Kleine Katzen erobern das Herz vieler Tierheimbesucher im Sturm und wecken das Bedürfnis, sie zu umsorgen. Dabei geht es nicht nur um Kitten, sondern zuweilen auch um kleine Katzenrassen. Diese wirken oftmals besonders niedlich und liebebedürftig.

Große Katzen

In den Tierheimen trifft man mehrheitlich auf ausgewachsene Katzen, die mindestens ebenso dringend wie die kleinen Stubentiger ein neues Zuhause brauchen. In Anbetracht der Tatsache, dass Katzen durchaus 15 Jahre oder älter werden können, bleibt auch bei einem ausgewachsenen Tier noch ausreichend gemeinsame Zeit. Und auch Katzensenioren haben eine Chance auf einen Lebensabend in einer eigenen Familie verdient und sollten nicht einfach übersehen werden. Wenn es um große Katzen im Tierheim geht, sind jedoch oftmals auch große Katzenrassen gemeint. So erfreut sich beispielsweise die Maine Coon seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Immer mehr Züchter setzen auf große Katzen, die leider auch immer häufiger im Tierheim zu finden sind. Wenn Sie der Faszination einer großen Katze erliegen, sollten Sie ganz besonders auf eine größentechnisch passende Ausstattung achten.

Freigänger oder Wohnungskatze?

Wenn man sich ein Kitten vom Züchter zulegt, hat man es mehr oder weniger selbst in der Hand, ob sich das kleine Kätzchen zu einer reinen Wohnungskatze oder einem Freigänger entwickelt. Ausschlaggebend ist hier, ob man dem Tier nach einer angemessenen Eingewöhnungsphase Freigang gewähren kann oder möchte. Die heranwachsende Katze wird sich in den meisten Fällen an die Gegebenheiten gewöhnen, wobei auch reine Wohnungskatzen einen Platz am Fenster oder einen gesicherten Balkon sehr zu schätzen wissen. Im Falle einer Tierheimkatze sieht dies dahingegen anders aus. Während einige Tiere als Wohnungskatzen zufrieden sind, ist für andere Auslauf im Freien ein absolutes Muss.

Katzen mit Freigang

Während reine Wohnungskatzen in den eigenen vier Wänden bleiben und dort ausreichend Abwechslung und Ansprache brauchen, sind Freigänger deutlich unabhängiger. Im Zuge ausgiebiger Entdeckungstouren durch die Nachbarschaft suchen sie sich selbst eine Beschäftigung und begeben sich zuweilen auch auf die Jagd. Katzen, die sich dieses ursprüngliche Verhalten erhalten haben, können nicht einfach nur in der Wohnung gehalten werden und würden schlimmstenfalls verkümmern, wenn sie ihren Freigang nicht bekommen. Um dem Tier gerecht zu werden, muss man folglich einen adäquaten Auslauf bieten. Da dies aber auch nicht für jede Katze in Betracht kommt, sollte man bei den Tierpflegern stets nachfragen, ob es sich um eine Katze mit Freigang handelt. Dass die nähere Umgebung der eigenen Wohnung für Freigänger-Katzen geeignet sein sollte, liegt dabei auf der Hand.

Rassekatze oder Hauskatze?

Bei einem Besuch im Tierheim müssen künftige Katzenhalter nicht nur wissen, ob der Vierbeiner Freigang erhalten kann oder nicht, sondern sich auch die Grundsatzfrage stellen, ob es eine Rassekatze, eine einfache Hauskatze oder ein Mischling sein soll. Alle Varianten sind in den Tierheimen vielfach anzutreffen. Dass Mixe und Hauskatzen in den Tierheimen oftmals auf ein neues Zuhause warten, ist vielleicht noch keine allzu große Überraschung, dass hier auch viele Rassekatzen zu finden sind, aber schon.

Katzenrassen

Die Zahl der Katzenrassen ist enorm, so dass man hier leicht den Überblick verlieren kann. Die folgenden Katzenrassen erfreuen sich besonderer Popularität:

  • Britisch Kurzhaar
  • Perser
  • Maine Coon
  • Siamkatze
  • Bengalkatze
  • Norwegische Waldkatze
  • Birmakatze
  • Ragdoll
  • Europäisch Kurzhaar
  • Savannah
  • Sibirische Waldkatze
  • Russisch Blau
  • Türkisch Angora
  • Devon Rex
  • Orientalisch Kurzhaar

Die Unterscheidung erfolgt dabei längst nicht nur anhand der Optik, denn auch charakterlich kann es durchaus große Unterschiede geben. In diesem Zusammenhang ist aber auch zu beachten, dass die allgemeine Wesensbeschreibung einer Katzenrasse nicht zu 100 Prozent auf den Charakter einer Katze zutrifft. Jedes Individuum hat eine eigene Persönlichkeit, die es ausmacht. Zumindest der Pflegeaufwand lässt sich aber durchaus anhand der Katzenrasse abschätzen.

Kurzhaarkatzen

Kurzhaarkatzen haben ein nur kurzes Fell, so dass man hier nicht so sehr fürchten muss, dass dieses verknotet oder verfilzt. Nichtsdestotrotz genießen auch Europäische Kurzhaarkatzen, Bengalkatzen, Siamkatzen und andere kurzhaarige Vertreter eine gewisse Pflege. So sollte man auch Kurzhaarkatzen regelmäßig bürsten, um lose Haare herauszukämmen und Haut und Haare zu pflegen.

Halblanghaarkatzen

Halblanghaarkatzen zeichnen sich durch ein halblanges Fell aus und sind vielfach ein Kompromiss für Menschen, die keine langhaarige Katze möchten, gleichzeitig aber großen Gefallen am flauschigen Katzenfell finden. Bekannte Rassen sind hier unter anderem Birma, Maine Coon, Ragdoll und die Norwegische Waldkatze.

Langhaarkatzen

Für viele Menschen muss eine Katze kuschelig sein und vielleicht sogar auf den ersten Blick wie ein Fellknäuel wirken. Dann fällt die Wahl auf eine Langhaarkatze wie die Perserkatze oder Angorakatze.

Katzen, die nicht haaren

Allergiker und all diejenigen, die großen Wert auf eine saubere und haarfreie Wohnung legen, sollten sich zunächst fragen, ob eine Katze wirklich das richtige Haustier für sie ist. Wer das unabhängige und zugleich menschenbezogene Wesen schätzt und sich absolut sicher ist, dass es eine Katze beziehungsweise ein Kater sein soll, hält zuweilen nach Katzen Ausschau, die nicht haaren. Nacktkassen verlieren logischerweise keine Haare, sind aber auch sehr umstritten. Zudem geht der besondere Schmusefaktor auch mit einem flauschigen Fell einher. Einige Rassen, wie zum Beispiel die Siamkatze, die Bengalkatze oder die Devon Rex, gelten als wenig haarend. Insbesondere im Fellwechsel muss man aber stets mit Katzenhaaren leben. Diese sind aber ohnehin nicht das einzige Problem für Allergiker, denn diese reagieren oftmals auf den Speichel der Tiere. Da Katzen sehr reinlich sind und sich regelmäßig mit der Zunge reinigen, kann dies durchaus problematisch sein. Man sollte sich also nicht darauf verlassen, dass eine Katze nicht oder kaum haart, sondern gegebenenfalls vorab einen Allergietest absolvieren.

Wie kann man eine Katze aus dem Tierheim an das neue Zuhause gewöhnen?

Der Verlust des Zuhauses, die Zeit im Tierheim und vielleicht auch eine schlechte Behandlung durch den Vorbesitzer sind nicht selten dafür verantwortlich, dass sich Tierheimkatzen zunächst eher scheu, zurückhaltend oder ängstlich zeigen. Hier bedarf es besonders viel Fingerspitzengefühl, um das Vertrauen des neuen Vierbeiners zu gewinnen. Wer sich dieser Herausforderung stellt, wird aber stets belohnt und kann sich später der ganzen Liebe des neuen Familienmitglieds sicher sein. Die Eingewöhnung in das neue Zuhause ist für Mensch und Tier eine spannende und sensible Phase. Zunächst wird der Stubentiger mitunter überfordert sein und sich gänzlich zurückziehen. Als neuer Besitzer sollte man dies akzeptieren und dem Tier vor allem Zeit geben, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Nach der Ankunft wird sich die Katze erst einmal verstecken und sollte dies auch dürfen. Auch in den folgenden Tagen wird sie zumeist noch sehr schüchtern sein. Einerseits sollten Sie dies akzeptieren, andererseits aber auch immer wieder Kontakt aufnehmen. Futter und auch Spiele sind gute Möglichkeiten, das Eis zu brechen und einen Zugang zu der verängstigten Katzenseele zu bekommen.

In der Praxis bewährt es sich immer wieder, der Katze zunächst einen einzelnen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem sie Futter, Wasser, Kratzmöglichkeiten und auch ihre Katzentoilette vorfindet. So kann sich das Tier schnell einen Überblick verschaffen und muss keine allzu weiten Wege zurücklegen. Nach einiger Zeit wird die Katze auch im Beisein des neuen Besitzers vorsichtig aus ihrem Versteck herauskommen und vielleicht sogar selbst Kontakt zu ihren neuen Menschen aufnehmen. Dann ist es Zeit, ihr auch die restliche Wohnung zugänglich zu machen. Nach und nach können dann das Katzenklo sowie die Näpfe und Kratzbäume an ihren eigentlichen Plätzen aufgestellt werden.

Wenn eine Katze nicht so scheu und ängstlich ist, lässt sich die Eingewöhnung zuweilen einfacher und etwas schneller gestalten. Hier sollten Sie auf den individuellen Charakter ihres neuen Stubentigers achten und so auf diesen eingehen.

Was brauche ich, wenn ich mir eine Katze aus dem Tierheim anschaffen möchte?

Katzen, die im Tierheim landen, werden in der Regel rasch einem Tierarzt vorgestellt und dort eingehend untersucht. Bei dieser Gelegenheit werden gegebenenfalls auch erforderliche Impfungen aufgefrischt. Der neue Besitzer muss sich darum also vorerst nicht kümmern und sollte im Falle einer positiven Vermittlung erst einmal daheim alles vorbereiten. Während der Eingewöhnung sollte man keine allzu großen Veränderungen vornehmen, schließlich muss sich das Tier erst einmal in Ruhe eingewöhnen. Aus diesem Grund ist eine umfassende Vorbereitung das A und O. So können Sie Ihrer Vorfreude freien Lauf lassen und alles für Ihren neuen Stubentiger herrichten. Grundsätzlich benötigen Sie die folgenden Dinge:

  • Futter- und Wassernäpfe
  • Katzenfutter
  • Katzentoilette
  • Katzenstreu
  • Kratzbaum
  • Katzenspielzeug
  • Katzenkamm oder Katzenbürste

Gegebenenfalls kann auch der Abschluss einer Katzenversicherung sinnvoll sein. Beim ersten Besuch im Tierheim erläutern die Mitarbeiter gerne, was in einem Katzenhaushalt auf keinen Fall fehlen darf. Zudem können sie auch auf etwaige besondere Bedürfnisse einzelner Tiere eingehen. Oftmals finden dann vor der eigentlichen Vermittlung Vorkontrollen statt. Die Tierheimmitarbeiter suchen den Interessenten so in seinen eigenen vier Wänden auf und machen sich ein eigenes Bild davon, ob dies ein geeignetes Zuhause für eine Katze wäre.

Fazit

Der etwas höhere Aufwand der Vermittlung, die stattfindenden Kontrollen und auch die Tatsache, dass so manche Katze aus dem Tierheim schlechte Erfahrungen gemacht hat, sollten Sie auf keinen Fall davon abhalten, eine Katze aus dem Tierheim zu adoptieren. Sie müssen sich immer wieder vor Augen halten, dass diese Tiere bereits einmal ihr Zuhause verloren haben und diese schreckliche Erfahrung nicht noch einmal machen sollen. Sie haben es vielmehr verdient, endlich anzukommen und ihren Menschen zu finden, der sie annimmt und bedingungslos liebt. Dass eine artgerechte Haltung gewährleistet sein muss, versteht sich wohl von selbst. Die stattfindenden Kontrollen sind also absolut gerechtfertigt und ganz im Sinne der Katze. Zugleich profitiert der neue Halter ebenfalls, denn so hat man einen kompetenten Ansprechpartner, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht. Selbst wenn es ein Kitten und/oder eine Rassekatze sein soll, kann man im Tierheim durchaus fündig werden. Wer keine Katze kaufen, sondern ein Samtpfötchen adoptieren möchte, findet in den Tierheimen sowie bei den zahllosen Tierschutzvereinen stets geeignete Kandidaten.

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