7 Fragen zum Tierheim

Die Arbeitsweise der Tierheime wirft bei vielen Menschen Fragen auf, wodurch zuweilen eine gewisse Hemmschwelle entsteht, wenn es darum geht, ein Tier aus dem Tierheim aufzunehmen. Viele Tierfreunde haben zunächst vielleicht das Gefühl, dass ihnen die Tierheimmitarbeiter ablehnend begegnen. Dem ist jedoch keineswegs so. Im Tierschutz steht jedoch das Wohl des Tieres stets an erster Stelle. Im Gegensatz dazu geht es Züchtern zuweilen eher darum, ihre Tiere gewinnbringend zu verkaufen. Dass diese Vorgehensweise nicht immer im Sinne der Tiere ist, zeigt die Tatsache, dass zahllose Haustiere jedes Jahr in den Tierheimen landen. Echte Tierfreunde sollten eher den Tierschutz unterstützen und der Frage nachgehen, wie ein Tierheim arbeitet.

Welche Tiere warten im Tierheim auf ein neues Zuhause?

Zunächst stellt sich die Frage, welche Tiere im Tierheim auf ein neues Zuhause warten. Dass es sich dabei größtenteils um Hunde und Katzen handelt, ist angesichts der weiten Verbreitung dieser Haustiere nicht verwunderlich. Aber auch Kleintiere wie Hamster, Farbratten, Zwergkaninchen, Meerschweinchen und Chinchillas landen vielfach in den Tierheimen. Die gilt auch für Wellensittiche, Kanarien und andere Vögel. Die zunehmende Popularität von exotischen Haustieren macht sich aber auch in den Tierheimen bemerkbar, denn immer häufiger sind dort ebenfalls Schlangen, Papageien, Bartagamen oder Weißbauchigel zu finden. Unabhängig davon, welches Tier man sich anschaffen möchte, kann ein Besuch in dem einen oder anderen Tierheim durchaus sinnvoll sein.

Woher kommen die Tierheimtiere?

Die Umstände, unter denen Tiere ins Tierheim kommen, sind sehr unterschiedlich. Viele Haustiere werden von ihren Besitzern im Tierheim abgegeben, weil beispielsweise ein Familienmitglied allergisch ist, der Vermieter die Haltung untersagt oder sie schlichtweg überfordert sind. Darüber hinaus ist das Tierheim auch für zahllose Fundtiere ein Zufluchtsort. Haustiere, die entlaufen sind oder ausgesetzt wurden, werden so im Tierheim untergebracht bis sich der Besitzer meldet oder ein neues Zuhause gefunden wurde. Darüber hinaus gibt es auch noch den Auslandstierschutz. Einige Tiere in den deutschen Tierheimen stammen somit aus dem Ausland, wo sie auf der Straße oder beim örtlichen Tierschutz lebten, aber kaum Vermittlungschancen hatten.

Sind alle Tierheimtiere Problemtiere?

Die Tiere in den Tierheimen haben ganz unterschiedliche Schicksale und sind längst nicht immer Problemtiere. Nichtsdestotrotz finden sich unter den Tierheimtieren durchaus einige, die problematisches Verhalten an den Tag legen. Dieses war entweder der Grund für die Abgabe oder ist die Folge der stressigen Situation im Tierheim, die die Vierbeiner oftmals sehr belasten. Ob und in welchem Umfang gesundheitliche Probleme oder Verhaltensauffälligkeiten bestehen, wissen die Tierpfleger zu berichten.

Kann man einfach ein Tier aus dem Tierheim mitnehmen?

Die Unterbringung und Versorgung von Tieren ist die zentrale Aufgabe eines jeden Tierheims. Dieses will aber keineswegs die Endstation sein, sondern zielt auf eine erfolgreiche Tiervermittlung ab. Wer nun aber glaubt, er könne einfach ins nächste Tierheim fahren, sich ein Haustier aussuchen und dieses mitnehmen, täuscht sich gewaltig. Die Tierschutzvereine sind sich ihrer Verantwortung sehr bewusst und geben die Tiere nicht leichtfertig heraus, schließlich sollen diese in ein gutes und endgültiges Zuhause kommen. In der Regel meldet man bei einem ersten Besuch im Tierheim Interesse an einem bestimmten Tier an und führt anschließend ein ausführliches Gespräch mit einem Mitarbeiter. Zugleich bietet sich auch die Gelegenheit, das Tier besser kennenzulernen. Mitunter findet dann auch eine Vorkontrolle zur Überprüfung der Haltungsbedingungen statt. Spontankäufe, die vielen Tieren zum Verhängnis werden, werden so seitens der Tierheime wirksam verhindert.

Welche Voraussetzungen gelten für die Adoption eines Tieres aus dem Tierheim?

Eine bestmögliche Vermittlung, die längst nicht um jeden Preis stattfindet, liegt den Tierheimen sehr am Herzen, so dass Interessierte einige Voraussetzungen erfüllen müssen. In erster Linie geht es darum, ob sie sich der Verantwortung bewusst sind, die sie mitunter für die nächsten Jahre eingehen. Außerdem gilt es festzustellen, ob sie eine artgerechte Haltung gewährleisten können. Viele Tierfreunde fühlen sich so stark kontrolliert, sollten aber bedenken, dass all dies im Sinne der Tiere geschieht und in keiner Weise Schikane ist. Je nach Tierschutzverein kann es zwar Unterschiede geben, doch im Allgemeinen muss man im Gespräch sein Interesse darlegen können. Eine schriftliche Erlaubnis des Vermieters kann ebenso wie ein negativer Allergietest verlangt werden.

Wie hoch ist die Schutzgebühr im Tierheim?

Wer ein Tier aus dem Tierheim adoptiert, schenkt diesem ein neues Zuhause und vollbringt ein gutes Werk. Nichtsdestotrotz ist auch die Anschaffung eines Tierheimtieres keineswegs kostenlos. Neben den Kosten für die erforderliche Erstausstattung muss man auch eine Schutzgebühr zahlen. Die Höhe hängt von der Tierart, dem Alter des Tieres, dessen Gesundheitszustand und auch der Frage ab, ob man ein oder mehrere Tiere aufnimmt. Je nach Tierheim kann die Schutzgebühr dann sehr unterschiedlich ausfallen. So sind für einen Hamster beispielsweise 10 Euro fällig, während die Schutzgebühr für einen Hundewelpen durchaus 300 Euro betragen kann.

Warum erheben Tierheime eine Schutzgebühr?

Dass die Tierheime eine Schutzgebühr im Rahmen der Tiervermittlung erheben, ist keineswegs auf eine Gewinnerzielungsabsicht zurückzuführen. In der Regel deckt die Gebühr noch nicht einmal die tatsächlichen Kosten ab und leistet somit lediglich einen Beitrag zur Finanzierung des Tierschutzvereins, der über die Kommune und/oder Spenden finanziert wird. Durch die Schutzgebühr wollen die Tierheime auch verhindern, dass sie lediglich als kostenlose Alternative zum Zoogeschäft oder Züchter betrachtet werden. Da auch hier Anschaffungskosten entstehen, soll so das Risiko unüberlegter Spontankäufe verringert werden.

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