10 Fragen zu Hunden aus dem Tierheim

Viele Menschen können sich ein Leben ohne Hund gar nicht mehr vorstellen oder träumen schon lange Jahre von einem eigenen Hund. Bevor man allerdings einen Hund in seine Familie aufnimmt, sollte man sich selbst einige Fragen stellen und so hinterfragen, ob man für einen Vierbeiner bereit ist. Spätestens beim Besuch beim Züchter oder im örtlichen Tierheim wird die Entscheidung für einen Hund auf die Probe gestellt, so dass man sich absolut sicher sein sollte. Insbesondere dann, wenn es um die Adoption eines Hundes aus dem Tierheim geht, der bereits sein Zuhause verloren hat und nun sehnsüchtig auf liebevolle Menschen hofft, denen er sein Herz schenken kann, sollte man wohlüberlegt vorgehen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man erkennen muss, dass man dem Hund doch nicht gerecht werden kann, wodurch dieser erneut im Tierheim landet und seelische Qualen durchleidet. Zumindest die folgenden zehn Fragen sollten sich all diejenigen, die sich einen Hund anschaffen möchten, folglich unbedingt stellen.

Passt ein Hund zu meinem Lebensstil?

Der Wunsch nach einem eigenen Hund ist ein guter Anfang, aber keine Garantie dafür, dass ein solcher Vierbeiner tatsächlich ins eigene Leben passt. Wunsch und Wirklichkeit weichen oftmals erheblich voneinander ab, weshalb Menschen, die mit der Adoption eines Hundes aus dem Tierheim liebäugeln, ehrlich zu sich selbst sein müssen. Hunde sind soziale Wesen, die den engen Kontakt zu ihren Menschen brauchen. Es wäre dem Tier gegenüber also nicht fair, wenn man den größten Teil des Tages außer Haus verbringt und der Hund allein daheim bleiben muss. So sollte der Hund nur ein paar Stunden am Tag allein verbringen müssen und ansonsten mit seinen Menschen zusammen sein dürfen. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, den Vierbeiner mit ins Büro zu nehmen. Ihre Freizeit sollten Hundehalter aber auf jeden Fall den Bedürfnissen des Tieres anpassen. Gemeinsame Ausflüge in die Natur und vielleicht auch der Besuch einer Hundeschule oder die Mitgliedschaft in einem Hundesportverein können Mensch und Tier gleichermaßen erfreuen. Der Hund gilt als bester Freund des Menschen und möchte auch dementsprechend behandelt werden. Dessen sollten sich angehende Hundehalter stets bewusst sein.

Kann ich einem Hund eine artgerechte Haltung bieten?

Geistige und körperliche Auslastung sind für das Wohlbefinden eines Hundes essentiell. Als Mensch muss man den Bedürfnissen des Tieres gerecht werden, indem man ihm eine artgerechte Haltung bietet. Der Rahmen der Hundehaltung muss folglich stimmen, was aber keineswegs bedeutet, dass sich ein Hund nur in einem Haus mit Garten wohlfühlt. Dem Tier kommt es vielmehr darauf an, mit seinen Menschen zusammen sein zu können und ein Teil der Familie zu sein. Während kleine Hunderassen auch in einem Appartement ausreichend Platz haben, sollte die Wohnung bei der Haltung eines großen Hundes ausreichend groß sein. Oftmals sind die eigenen vier Wände für den Hund aber nicht mehr als ein Schlafplatz, da alle Aktivitäten im Freien stattfinden. Ein Hund braucht somit weniger Platz als man meinen könnte.

Darf ich laut Mietvertrag einen Hund halten?

Wer nicht in einem Eigenheim lebt, muss grundsätzlich keineswegs auf eine Hundehaltung verzichten, sollte aber wissen, wie der Vermieter dazu steht. In so manchem Mietvertrag findet sich eine Klausel, die jegliche Tierhaltung untersagt und somit auch keine Hunde erlaubt. Der Bundesgerichtshof hat zwar ein grundsätzliches Hundehaltungsverbot im Mietvertrag als unzulässig erklärt, dies bedeutet aber nicht, dass eine Hundehaltung immer erlaubt sein muss. Mitunter gibt es doch Argumente, die gegen eine Hundehaltung sprechen und dem Vermieter das Recht geben, diese zu untersagen. Folglich ist es wichtig, vor der Anschaffung eines Hundes zu klären, ob es gegebenenfalls Probleme mit dem Vermieter geben könnte. Nicht wenige Tierheime verlangen daher die Vorlage einer schriftlichen Vermietererlaubnis.

Habe ich die Zeit und Geduld für einen Hund?

Unabhängig von den Wohnverhältnissen kommt es vor allem darauf an, ob man ausreichend Zeit für einen Hund hat. Dieser möchte mit seinen Menschen zusammen sein, so dass man seine Freizeit dahingehend ausrichten sollte. Dies bedeutet vielleicht, dass man keine langen Fernreisen unternimmt, sondern stattdessen Urlaub mit Hund macht. Anstelle eines klassischen Sportvereins bietet sich mitunter auch Hundesport an, dem Mensch und Tier gemeinsam nachgehen können. Zudem muss man auch ein hohes Maß an Geduld an den Tag legen, denn Welpen und auch ältere Hunde brauchen besonders viel Zuwendung. Während Welpen wie Kleinkinder Erziehung brauchen und mitunter die Hundeschule besuchen sollten, sind Hundesenioren etwas pflegebedürftiger, aber dafür weniger anstrengend.

Steht die Familienplanung der Anschaffung eines Hundes im Wege?

Insbesondere junge Menschen sollten vor der Anschaffung eines Hundes auch an die eigene Familienplanung denken. Für einen Hund kann die Geburt eines Kindes eine sehr aufregende Situation sein. Einerseits wächst die Familie um ein Mitglied, andererseits verliert er an Aufmerksamkeit, die nun der Säugling einfordert. Für so manchen Hund kann dies eine schwierige Situation darstellen, weshalb die Hundehalter und nun frisch gebackenen Eltern in besonderem Maße gefordert sind, denn ansonsten kann die etwaige Eifersucht des Hundes durchaus zu einem schwerwiegenden Problem werden. Mitunter ist es daher empfehlenswert, zunächst die Familienplanung abzuschließen und dann nach ein paar Jahren einen Hund anzuschaffen.

Besteht innerhalb der Familie eine Tierhaarallergie?

Wenn die Adoption eines Hundes aus dem Tierheim oder auch eines Welpen vom Züchter im Raum steht, sollten selbstverständlich alle Familienmitglieder damit einverstanden sein und sich auf den Vierbeiner freuen. Darüber hinaus darf es auch keine Allergien geben, denn diese machen ein Zusammenleben mit einem Hund mitunter unmöglich. Im Vorfeld sollte folglich das Bestehen einer Tierhaarallergie bei allen Familienmitgliedern ausgeschlossen werden können.

Bin ich bereit, Geld für eine Hundeversicherung und die Hundesteuer auszugeben?

Wer sein Leben mit einem Hund teilt, muss nicht nur seinen gesamten Alltag dementsprechend anpassen, sondern auch an die damit verbundenen Kosten denken. In Deutschland fällt so unter anderem Hundesteuer an, deren jährliche Höhe von Kommune zu Kommune variiert. Zusätzlich kann mitunter eine Hundehaftpflichtversicherung Pflicht sein, die ebenfalls Kosten verursacht. Optional können Hundehalter auch noch eine Hundekrankenversicherung abschließen, die den Geldbeutel zusätzlich belastet.

Wie sieht es mit der Finanzierung unerwarteter Tierarztkosten aus?

Insbesondere diejenigen, die aus Kostengründen auf eine Hunde-OP- oder Hundekrankenversicherung verzichten, sollten bedenken, dass auch ein Hund im Laufe seines Lebens erkranken kann. Zudem liegt die Gesundheitsvorsorge in der Verantwortung des Hundehalters, so dass ein regelmäßiger Besuch beim Tierarzt ohnehin stattfinden sollte. Im Zuge dessen können zum Teil sehr hohe Kosten von ein paar Tausend Euro entstehen. Unerwartete Tierarztkosten sollten Hundehalter dann nicht in den finanziellen Ruin treiben, weshalb die Haltung eines Hundes auch immer eine Frage des Geldes ist.

Kann ich mir die Futterkosten für den Hund langfristig leisten?

Hohe Tierarztkosten sind eher nicht die Regel, so dass man während des Hundelebens entsprechende Rücklagen bilden kann. Anders sieht es dahingegen bei den regelmäßigen Futterkosten aus, die dauerhaft anfallen, schließlich muss der Vierbeiner auch adäquat ernährt werden. Im Tierfachhandel gibt es Hundefutter in nahezu allen Preisklassen, wobei man hier nicht am falschen Ende sparen sollte.

Welche Hunderasse passt am besten zu mir?

Die Auswahl der richtigen Hunderasse ist von großer Bedeutung, denn je nach Rasse unterscheiden sich Hunde zum Teil erheblich hinsichtlich Charakter und Bewegungsdrang. Ein gutes Beispiel ist unter anderem der Jack Russell Terrier, der aufgrund seiner geringen Größe und des kurzen Fells einen pflegeleichten Eindruck macht. Vertreter dieser Hunderasse sind jedoch kleine Wirbelwinde, die vor Lebensfreude und auch Jagdlust nur so strotzen. Zudem haaren sie auch ordentlich und sind somit recht anspruchsvoll in der Haltung. Im Gegensatz dazu strahlt ein imposanter Bernhardiner Ruhe und Gelassenheit aus, während sein Bewegungsdrang auch nicht so stark ausgeprägt ist. Auch wenn es um einen Hund aus dem Tierheim geht, sollten sich Interessierte folglich mit der Rasse beziehungsweise den Rassen befassen. Gleichzeitig darf man aber auch nicht vergessen, dass jeder Hund ein Individuum ist und seinen persönlichen Charakter hat. Im Gespräch mit den Tierpflegern sowie bei dem einen oder anderen Spaziergang kann man aber einen Tierheimhund besser kennenlernen und so in Erfahrung bringen, ob die Chemie stimmt.

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