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Fundtiere

Nicht alle Tiere, die im Tierheim untergebracht sind, wurden dort von ihren Vorbesitzern abgegeben, denn oftmals handelt es sich auch um Fundtiere. Diese sind ihrem Besitzer abhandengekommen oder wurden ganz bewusst ausgesetzt. So sind die Tiere, die auf den Menschen angewiesen sind, ihrem Schicksal ausgeliefert und finden nicht selten den Tod, sofern sie nicht rechtzeitig gefunden werden.

Die Fundtiere aus den Tierheimen hatten somit Glück im Unglück, denn nun werden sie adäquat versorgt und betreut. Zudem haben sie die Chance, dass ihr alter Besitzer sich meldet oder sie ein neues Zuhause finden, sofern sie nicht vermisst werden. Ein Haustier, das allein draußen herumirrt und dann von Fremden aufgegriffen wird, hat nicht selten traumatische Erfahrungen gemacht und braucht erst einmal Zeit, um sich mit seiner neuen Situation zu arrangieren.

Neue Menschen und eine vollkommen andere Umgebung machen es Fundtieren im Tierheim nicht leicht. Wer ein Tier aus dem Tierheim adoptieren möchte, sollte dies bedenken und stets in Erfahrung bringen, ob es sich dabei um ein Fundtier handelt.

Fundtier oder herrenloses Tier?

Auf den ersten Blick erscheint der Begriff eindeutig, doch bei näherer Betrachtung wird die Definition deutlich komplizierter. Rechtlich muss man zwischen Fundtieren und herrenlosen Tieren differenzieren. Bei einem Fundtier handelt es sich um ein Tier, das gefunden wurde. Dieses hat aber einen Besitzer und ist diesem lediglich verlorengegangen.

Im Gegensatz dazu haben herrenlose Tiere keinen Besitzer und sind entweder von Anfang an wildlebend oder wurden ausgesetzt. Juristisch ist diese Unterscheidung von großer Bedeutung, für Laien aber eher verwirrend. Gegebenenfalls muss das Tierheim, in dem das Fundtier schlussendlich landet, ergründen, ob es sich tatsächlich um ein Fundtier oder doch eher ein herrenloses Tier handelt. Hier sind vor allem die äußeren Merkmale wie das Verhalten, der Pflegezustand sowie etwaige Markierungen in Form eines Chips oder einer Tätowierung ausschlaggebend.

Was kann man tun, wenn man ein Tier gefunden hat?

Wer unverhofft draußen einem Haustier begegnet und nicht auch gleichzeitig auf dessen Besitzer trifft, fragt sich nicht, ob es sich um ein Fundtier oder ein herrenloses Tier handelt, sondern vielmehr, was nun zu tun ist. Bei Katzen sollte man zunächst bedenken, dass es sich um einen Freigänger handeln könnte, der ein Zuhause hat und lediglich auf Entdeckungstour ist.

Dann sollte man nichts tun, sofern sich das Tier in keiner Notlage befindet oder einen schlechten Eindruck macht. Läuft Ihnen aber eine Katze oder ein Hund zu oder fliegt Ihnen ein Vogel zu, sollten Sie das Tier vielleicht erst einmal ein wenig füttern und nach Möglichkeit auf Verletzungen untersuchen.

Der richtige Umgang mit Fundtieren

Grundsätzlich sollte man mit fremden Tieren stets vorsichtig und behutsam umgehen. Kleintiere und Vögel sollten nach Möglichkeit in einer Box untergebracht werden, in der sie transportiert werden können. Dies gilt ebenfalls für Katzen, die aber mitunter recht wehrhaft sein können.

Hier kann man notfalls zu einem Handtuch greifen, um sich selbst vor Kratzern und Bissen zu schützen, während man das Tier in eine Box verfrachtet. Hat man den Eindruck, dass das Tier vollkommen ausgehungert ist, kann man es durchaus füttern, sollte es aber nicht übertreiben, denn ansonsten rebelliert der leere Magen mitunter umgehend auf die plötzliche Futtermenge.

An wen kann man sich wenden, wenn man ein Tier findet?

Zunächst scheint es naheliegend, nach dem eigentlichen Tierhalter zu suchen. Zu diesem Zweck kann man in der Nachbarschaft herumfragen und auch Zettel aufhängen. Der erste Weg mit dem gefundenen Tier sollte dann zum Tierarzt führen oder ins Tierheim, wo das Tier abgegeben werden kann.

Vermisst der Besitzer seinen geliebten Vierbeiner, wird er dort mit Sicherheit nachfragen, so dass Mensch und Tier wieder zusammengeführt werden können. Ansonsten übernimmt das Tierheim die Versorgung und spätere Vermittlung des Fundtieres.

Was soll man tun, wenn man ein Wildtier findet?

Nicht nur Haustiere, sondern auch Wildtiere werden zuweilen gefunden. Igel, Vögel und andere wildlebende Tiere legen dem Menschen gegenüber im Allgemeinen eine große Scheu an den Tag, so dass entsprechende Begegnungen nicht die Regel sind. Je nach Jahreszeit kann es aber sein, dass Küken aus dem Nest fallen oder junge Igel den Winterschlaf verpassen.

Erscheint ein Wildtier hilfsbedürftig, sollte der Mensch zunächst eine Beobachterrolle einnehmen und so feststellen, ob ihn sein erster Eindruck nicht täuscht. Dann sollte man das Tier behutsam und zugleich beherzt einfangen, in einer dunklen Box oder einem Karton unterbringen und den nächsten Tierarzt aufsuchen. Dieser kann das Wildtier untersuchen und gegebenenfalls eine Behandlung oder Unterbringung in einer Auffangstation in die Wege leiten.

Zuständige Stellen für Fundtiere

Tiere, die entlaufen sind oder ausgesetzt wurden, werden im Allgemeinen zusammenfassend als Fundtiere bezeichnet. Streng genommen muss aber zwischen Fundtieren und herrenlosen Tieren unterschieden werden. Für den Finder ist es allerdings in der Regel nicht ersichtlich, ob ein Tier herrenlos ist oder nicht. Daher wird bei allen Fundtieren ähnlich verfahren.

Zunächst stellt sich allerdings die Frage nach der zuständigen Stelle. Der örtliche Tierschutzverein beziehungsweise das Tierheim vor Ort ist üblicherweise die richtige Adresse. Zwischen der Gemeinde und dem Tierschutzverein wird üblicherweise ein Fundtiervertrag abgeschlossen, der den örtlichen Tierschutz damit beauftragt, sich um die Fundtiere der Gemeinde zu kümmern.

Es ist folglich das Tierheim zuständig, in dessen Einzugsgebiet sich der Fundort des Tieres befindet. Wird ein Tier vor dem Tierheim ausgesetzt, stellt sich die Frage nach der Zuständigkeit ohnehin nicht, schließlich werden die Tierschützer den Vierbeiner nicht sich selbst überlassen, sondern adäquat versorgen. Eine rechtliche Verpflichtung zur Aufnahme von herrenlosen Tieren besteht dahingegen nicht.

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Der Umgang mit Fundtieren beziehungsweise herrenlosen Tieren ist eine Angelegenheit des Tierschutzes. Die Verantwortlichen wissen, worauf es ankommt und können den besonderen Anforderungen gerecht werden. Es kommt allerdings immer wieder vor, dass Bürgerinnen und Bürger ein herumstreunendes Tier finden. Der nachfolgende Tipp soll diesen helfen, adäquat mit der Situation umzugehen.

Behalten Sie gefundene Tiere nicht einfach!

Wer ein verwaistes Tier auffindet und es erst einmal mit nach Hause nimmt, um es in Sicherheit zu bringen, verliert mitunter schnell sein Herz an den Vierbeiner. Allerdings handelt es sich möglicherweise um ein entlaufenes Tier, das von seiner Familie schmerzlich vermisst wird. Den Vierbeiner einfach zu behalten, ist somit keine gute Idee. Stattdessen sollte man den örtlichen Tierschutz zumindest informieren.

Die Tierheime wissen von vermissten Tieren aus der Region und können abgleichen, ob die Beschreibung auf einen gesuchten Vierbeiner passt. Ist eine schnelle Rückführung in die Familie nicht möglich, kann das Tier durchaus bei dem Finder bleiben. Falls sich kein Besitzer meldet, kann man dem Fundtier ein neues Zuhause schenken. Vorab sollte man aber nichts unversucht lassen, den Besitzer ausfindig zu machen.

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