Tiervermittlung

Bei der Tiervermittlung prüft das Tierheim in mehreren Schritten, ob Mensch und Tier zueinander passen - erst nach Gespräch, Vorkontrolle und Kennenlernterminen zieht der Vierbeiner mit Schutzvertrag in sein neues Zuhause ein. Ein spontanes Mitnehmen beim ersten Besuch ist bei Hunden und Katzen meist nicht möglich.

Ein Tier aus dem Tierheim zu übernehmen, ist für Mensch und Tier ein wichtiger Schritt - und genau darauf ist die Tiervermittlung ausgerichtet. Sie ist die Kernaufgabe jedes Tierheims: Herrenlose oder abgegebene Tiere sollen möglichst rasch ein neues, dauerhaftes Zuhause finden. Manche ziehen schon nach Wochen um, andere warten als Langzeitinsassen Jahre - eingeschläfert wird deswegen aber niemand, das deutsche Tierschutzgesetz verbietet dies.

Mitarbeiterin des Tierheims im Gespräch mit Besuchern vor den Zwingern, im Hintergrund ein Hund

Welche Voraussetzungen müssen Interessenten erfüllen?

Wer ein Tier adoptieren möchte, durchläuft zunächst den Prozess der Tiervermittlung. Viele Tierheime arbeiten mit Checklisten, anhand derer sie prüfen, ob Mensch und Tier zueinander passen - der Vierbeiner soll dieses Mal dauerhaft bleiben. Erwartet wird, dass Sie die Tierart und ihre Haltungsbedingungen kennen, Zeit mitbringen und Verantwortung zeigen. Zusätzlich verlangen die meisten Tierheime Unterlagen: einen gültigen Personalausweis, bei Mietwohnungen die Erlaubnis des Vermieters und je nach Bundesland und Tierart auch einen Hundeführerschein oder eine Tierversicherung. Vor dem Schutzvertrag stehen zudem mehrere Gespräche mit den Tierpflegern an.

So läuft die Tiervermittlung im Tierheim ab

  1. Besuch im Tierheim: Sie lernen die zu vermittelnden Tiere persönlich kennen.
  2. Erstgespräch: Sie äußern Ihr Interesse und schildern Ihre Lebenssituation.
  3. Vorkontrolle: Mitarbeitende schauen sich oft die künftigen Haltungsbedingungen vor Ort an.
  4. Kennenlerntermine: Sie gehen mit dem Hund Gassi oder verbringen Zeit mit der Katze.
  5. Schutzvertrag: Passt alles, wird unterschrieben und das Tier zieht ein.

Kann man das Tier sofort mitnehmen?

Der Ablauf unterscheidet sich je nach Tierheim, doch bei Hunden und Katzen sollten Sie das Tier nicht schon beim ersten Besuch mitnehmen wollen. Bei Kleintieren wie Meerschweinchen ist das mitunter möglich. Ansonsten lehnen Tierheime eine sofortige Mitnahme bewusst ab, um spontanen Anschaffungen vorzubeugen: Sie sollen Ihre Entscheidung überdenken, und das Tierheim möchte sich von Ihrer Eignung überzeugen.

Das macht eine seriöse Tiervermittlung aus

In manchen Tierfachgeschäften werden Tiere wie Ware behandelt - für ein Lebewesen eine unwürdige Vorstellung. Bei einem Tierheim kaufen Sie dagegen kein Tier, sondern durchlaufen ein mehrstufiges Verfahren mit Schutzvertrag, hinter dem ein eingetragener Verein oder ein öffentliches Tierheim steht. Den Tierschützern geht es nicht um Profit, sondern um den richtigen Platz für ihre Schützlinge. Wer eine Schutzgebühr zahlt, tut damit doppelt Gutes: Er schenkt einem Tier ein Zuhause und unterstützt den Tierschutz.

Tipp aus der Redaktion

Nicht jede vermeintliche Tiervermittlung ist seriös. Sogenannte Vermehrer geben sich online als Tierschutzverein aus, um massenhaft produzierte Welpen oder Kätzchen aus schlechter Haltung gewinnbringend zu verkaufen. Prüfen Sie, ob ein eingetragener Verein oder ein öffentliches Tierheim dahintersteht, ob ein Schutzvertrag vorgesehen ist und ob vorab ein persönliches Kennenlernen stattfindet. Wer bei Betrügern kauft, rettet kein Tier, sondern finanziert das nächste Leid mit.

Rund um die Tiervermittlung

Häufige Fragen zur Tiervermittlung

Was kostet die Tiervermittlung im Tierheim?

Statt eines Kaufpreises fällt eine Schutzgebühr an, meist zwischen 80 und 600 Euro. Sie deckt oft schon Kastration, Impfung und Chip ab.

Wie läuft die Tiervermittlung im Tierheim ab?

Auf Besuch und Erstgespräch folgen meist eine Vorkontrolle und Kennenlerntermine, bevor der Schutzvertrag unterschrieben wird und das Tier umzieht.

Welche Unterlagen brauche ich für die Tiervermittlung?

Üblich sind ein gültiger Personalausweis, bei Mietwohnungen die Erlaubnis des Vermieters sowie je nach Tier ein Hundeführerschein oder eine Tierversicherung.

Warum kann man ein Tier nicht immer sofort mitnehmen?

Tierheime wollen spontane Entscheidungen vermeiden und prüfen die Haltungsbedingungen. Bei Kleintieren geht es oft schneller als bei Hunden und Katzen.

Wo finde ich Tiere zur Vermittlung in meiner Nähe?

Die meisten Tierheime zeigen ihre vermittelbaren Tiere auf der eigenen Website, ein Besuch vor Ort lohnt sich aber immer.

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Redaktionell geprüft von der Tierheim.com-Redaktion · Aktualisiert: September 2026

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