Tierklinik

In der Humanmedizin ist es absolut selbstverständlich, dass schwere Erkrankungen oder auch notwendige Operationen mit einer Behandlung im Krankenhaus einhergehen. Niemand erwartet, dass der Hausarzt auf sämtlichen Fachgebieten bewandert ist und eine umfassende Behandlung leisten kann. In der Veterinärmedizin existiert dahingegen vielfach diese Haltung. So sucht man mit seinem Vierbeiner den Haustierarzt auf und erwartet, dass dieser für eine rasche Genesung sorgt. Die Tiermedizin ist allerdings so facettenreich, dass viele Tierärzte zuweilen an ihre Grenzen stoßen. Dies zeugt keineswegs von mangelnder Kompetenz, sondern zeigt vielmehr, dass der Tierarzt mit eigener Praxis oftmals eher die Rolle des Hausarztes übernimmt. Im Einzelfall sieht sich dieser dann dazu veranlasst, seinen tierischen Patienten an einen Kollegen oder in eine Tierklinik zu überweisen. Eine Überweisung beziehungsweise Einweisung ist allerdings nicht zwingend erforderlich, so dass es den Patientenbesitzern freigestellt ist, sich an eine Tierklinik zur weiteren Abklärung zu wenden. So ist es auch möglich, anstatt des Haustierarztes direkt eine Tierklinik aufzusuchen.

Inwiefern unterscheidet sich eine Tierklinik von einer Tierarztpraxis?

Bei Tierhaltern, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und eine bestmögliche medizinische Versorgung für ihr Haustier sicherstellen möchten, erscheint eine Tierklinik oftmals als beste Wahl. Zuweilen kommt aber die Frage auf, inwiefern sich eine Tierklinik von einer Tierarztpraxis unterscheidet. Es gilt also zu ergründen, ab wann man von einer Tierklinik spricht. Für Deutschland sind diesbezüglich die Vorgaben der Bundestierärztekammer maßgebend. So müssen die folgenden Punkte erfüllt sein, damit sich die Einrichtung als Tierklinik bezeichnen kann:

  • mindestens drei Tierärzte, von denen wenigsten einer Fachtierarzt ist
  • mindestens vier Hilfskräfte, von denen zwei tiermedizinische Fachangestellte sein müssen
  • mindestens zwei Operationsräume
  • EKG
  • Zahnbehandlungen
  • Röntgen
  • Sonografie
  • Blutgasanalyse
  • Endoskopie
  • Augenuntersuchungen
  • Osteosynthese

Kennzeichnend für eine Tierklinik ist folglich ein breites Behandlungsspektrum auf hohem Niveau. Passende Räumlichkeiten und eine entsprechende Ausstattung sind folglich ein Muss. Darüber hinaus muss auch qualifiziertes Personal vorhanden sein, das die anspruchsvolle Betreuung der tierischen Patienten gewährleisten kann. Nicht nur in der Humanmedizin, sondern auch in der Veterinärmedizin herrscht somit ein hoher Anspruch, dem Kliniken Tag für Tag gerecht werden müssen.

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass Tierkliniken in der Regel rund um die Uhr geöffnet sind und außerhalb der üblichen Sprechzeiten einen Notdienst anbieten. Auf diese Art und Weise wird hier selbst dann eine medizinische Versorgung der Haustiere gewährleistet, wenn die normalen Tierarztpraxen geschlossen haben.

Wo findet man die nächste Tierklinik?

Als verantwortungsbewusster Tierhalter sollte man sich schon früh Gedanken darüber machen, was in einem medizinischen Notfall zu tun ist. Dazu gehört es unter anderem auch, die Adresse der nächsten Tierklinik zu kennen, um im Falle eines Falles dort rasch vorstellig werden zu können und dem geliebten Vierbeiner die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen. Mittlerweile existieren in der Bundesrepublik Deutschland einige Hundert Tierkliniken, so dass die meisten Menschen in der Umgebung ihres Wohnortes fündig werden dürften. Wissenswert ist in diesem Zusammenhang, dass dabei folgendermaßen differenziert wird:

  • Kleintierkliniken
  • Tierkliniken für Nutztiere
  • Pferdekliniken

Es ist also nicht jede Tierklinik für alle Tierarten ausgelegt. Reptilien und Vögel stellen oftmals Sonderfälle dar und sind für Tierärzte zuweilen exotische Patienten. In vielen Tierkliniken gibt es spezielle Sprechstunden, in denen Tierärzte für solche Exoten zur Verfügung stehen.

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