Rassehunde aus dem Tierheim

Wer dem örtlichen Tierheim einen Besuch abstattet oder die im Tierschutz zur Vermittlung stehenden Vierbeiner anschaut, stößt zu einem großen Teil auf Mischlinge. Nichtsdestotrotz gibt es auch Rassehunde in den Tierheimen, schließlich hat die Hundezucht eine lange Tradition und ist gewissermaßen eine zentrale Säule der Hundehaltung. Ein großer Teil aller gehaltenen Hunde gehört einer bestimmten Rasse an und ist demnach das Produkt gezielter Zucht. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass der Haushund so aus dem Wolf hervorgegangen ist, der durch Domestikation zum Haustier wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich so unterschiedlichste Hunderassen, die zwar allesamt Hunde sind, sich optisch und charakterlich aber mehr oder weniger stark voneinander unterscheiden. Die geltenden Rassestandards erweisen sich hier als nützliche Informationsquellen, wobei jeder einzelne Hund natürlich auch als Individuum mit eigener Persönlichkeit zu betrachten ist. Insbesondere bei Rassehunden aus dem Tierheim wird dies vielfach deutlich, denn diese sind nicht immer vollkommen rassetypisch, sondern haben auch ein paar Eigenheiten, auf die man Rücksicht nehmen sollte.

Gibt es auch Rassehunde im Tierheim?

Für viele Menschen, die sich einen Hund anschaffen möchten, steht schnell fest, dass es ein Rassehund sein soll. Dafür sprechen gleich mehrere Gründe. Zunächst stammen diese zumeist aus kontrollierter Zucht. Indem man sich an einen verantwortungsvollen Züchter wendet, kann man den Stammbaum des Vierbeiners nachvollziehen und sich so auch über die Gesundheit der Vorfahren informieren. Auch das Wesen der Eltern ist ebenso wie der allgemeine Rassestandard bekannt, so dass man zumindest in etwa weiß, was man bekommt. Bei einem Mischlingshund ist dies dahingegen nicht immer der Fall, denn Hunde unterschiedlicher Rassen haben hier mitgemischt, wodurch man die Entwicklung und Anlagen des Hundes erst einmal abwarten muss. Nicht selten sind solche Mixe Zufallswürfe oder Unfälle, weil die Halter nicht richtig aufgepasst haben und die Hündin so gedeckt wurde.

Wer den Entschluss gefasst hat, einen Rassehund aufzunehmen, wird in erster Linie bei entsprechenden Züchtern fündig, die oftmals im VDH oder in anderen Vereinen organisiert sind. Aber auch im Tierschutz trifft man regelmäßig auf den einen oder anderen Rassehund. Rassehunde gibt es in den Tierheimen des Landes tatsächlich, so dass man sich nicht zwingend an einen Züchter wenden muss. Hundefreunde, die sich in eine bestimmte Rasse verliebt haben und zugleich einem Tierschutzhund eine Chance geben möchten, sollten somit nach Rassehunden in den Tierheimen Ausschau halten.

Welche Hunderasse passt zu mir?

Wenn es schon ein Rassehund aus dem Tierheim sein soll, sollten Interessenten vorab eine Vorauswahl hinsichtlich der Rasse treffen. Hunderte Hunderassen stehen grundsätzlich zur Auswahl und zeichnen sich durch optische und charakterliche Unterschiede den Rassestandards entsprechend aus. Dies ist das Ergebnis langer und intensiver Selektion. Die Sinnhaftigkeit der Hundezucht wird vor allem anhand dessen deutlich, dass beispielsweise Hütehunde vollkommen andere Aufgaben als Schweißhunde, Spitze oder Windhunde erfüllen sollen. Gesellschafts- und Begleithunde wurden dahingegen für keine speziellen Aufgaben gezüchtet und sollen dem Menschen lediglich als Sozialpartner dienen. Heutzutage sind die meisten Hunde unabhängig von ihrer Rasse in erster Linie Familienhunde, die ihre Menschen im alltäglichen Leben begleiten sollen. Allerdings darf man nie vergessen, dass Mensch und Tier zusammenpassen müssen. Jeder Hund ist zwar ein Individuum mit eigener Persönlichkeit, doch die Rasse zeigt dennoch, ob es passt. Grundsätzlich sollten künftige Hundehalter hier auf die folgenden Kriterien achten:

  • Größe
  • Bewegungsdrang
  • Jagdtrieb
  • Schutztrieb
  • Hütetrieb
  • Kooperationsbereitschaft mit dem Menschen
  • Familientauglichkeit
  • Pflegeaufwand
  • Reizschwelle

Zunächst verliebt man sich in der Regel in die Optik einer bestimmten Hunderasse, sollte aber immer besonderen Wert auf das Wesen legen. Nur wenn es charakterlich auch passt, können Hund und Halter dauerhaft miteinander glücklich werden. Eine nervöse Hunderasse mit niedriger Reizschwelle ist eher weniger für Familien mit Kinder geeignet. Wer keine Ambitionen zur Jagd hat und nicht gerade Schafe hüten muss, sollte ebenfalls von einigen entsprechend spezialisierten Rassen Abstand nehmen.

Worauf muss man bei Rassehunden aus dem Tierheim besonders achten?

Unabhängig davon, ob es ein Schäferhund, Chihuahua, Yorkshire Terrier, Collie, Pudel, Dackel oder ein anderer Rassehund sein soll, ist der allgemeine Rassestandard zumeist nicht nur der Leitfaden für die Züchter, sondern vermittelt Interessenten zugleich einen ersten Eindruck von der betreffenden Hunderasse. Grundsätzlich ist es sehr löblich, wenn die Entscheidung dann für einen Rassehund aus dem Tierheim fällt. Gleichzeitig muss man aber ein paar zusätzliche Dinge beachten. Der Hund hat in seiner Vergangenheit vielleicht nicht nur Schönes erlebt und empfindet die Situation im Tierheim zudem als sehr belastend. Tierheimhunde sind folglich oftmals gestresst und brauchen etwas Zeit, Vertrauen zu fassen. Einerseits sind die Anlagen der betreffenden Rasse vorhanden und andererseits prägen die Erfahrungen, die das Tier machen musste, sein Wesen. Die Mitarbeiter des Tierheims beziehungsweise der Tierschutzorganisation, die den Hund vermittelt, kann den Hund dann näher vorstellen und in der Regel gut einschätzen, wie das perfekte Zuhause für den betreffenden Vierbeiner aussehen sollte.

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