Tierarzt

Tiere aus dem Tierheim sind bei der Vermittlung bereits tierärztlich untersucht, geimpft und meist auch kastriert - ein eigener Tierarztbesuch ist danach sinnvoll, aber selten dringend. Bei chronisch kranken Tieren unterstützt der Tierschutz neue Halter häufig auch finanziell.

Mit einem neuen Haustier zieht auch eine neue Verantwortung ein - dazu gehört der Gang zum Tierarzt. Für viele Tiere bedeutet dieser Besuch zunächst Stress, für Sie als Halter ist er dennoch ein notwendiger Schritt. Wer ein Tier aus dem Tierheim holt, startet dabei mit einem klaren Vorteil: Die tierärztliche Grundversorgung ist bereits erfolgt, bevor das Tier überhaupt vermittelt wird.

Tierärztin untersucht einen Hund in einer Tierarztpraxis

Warum der erste Tierarztbesuch so wichtig ist

Wer ein Tier vom Züchter oder aus dem Zoohandel übernimmt, kann sich auf die Zusicherung des Verkäufers verlassen - mehr aber auch nicht. Der Gesundheitszustand wird selten unabhängig geprüft, schließlich soll das Tier verkauft werden. Bei Tierheimen liegt der Fall anders: Sie kooperieren eng mit ansässigen Veterinären oder betreiben eine eigene Tierarztpraxis, so dass jedes zu vermittelnde Tier tierärztlich versorgt wird, bevor es in ein neues Zuhause wechselt. Da besonders häufig kranke oder vernachlässigte Tiere im Tierheim landen, ist der Tierarzt hier in besonderem Maße gefordert.

So läuft die tierärztliche Untersuchung im Tierheim ab

  1. Ankunft im Tierheim und erste tierärztliche Grunduntersuchung.
  2. Ausschluss ansteckender Krankheiten, bei Bedarf zeitweise Unterbringung in Quarantäne.
  3. Notwendige Impfungen und Behandlung gegen Parasiten.
  4. Kastration, sofern diese nicht schon vor der Abgabe erfolgt ist.
  5. Freigabe des Tieres zur Vermittlung, sobald es gesundheitlich stabil ist.
  6. Abschließende Untersuchung, kurz bevor das Tier das Tierheim verlässt.

Typische Erkrankungen bei Tierheimtieren

Nicht jedes Tier im Tierheim ist krank - viele erfreuen sich guter körperlicher Gesundheit und leiden vor allem unter der psychischen Belastung der ungewohnten Situation. Dennoch begegnen Tierärzte in Tierheimen bestimmten Themen immer wieder, häufig als Folge von Vernachlässigung, hohem Alter oder einer unklaren Vorgeschichte des Tieres:

  • Diabetes
  • Herzprobleme
  • Parasitenbefall
  • Allergien
  • Futtermittelunverträglichkeiten
  • Arthrose und andere Gelenkbeschwerden

Finanzielle Unterstützung bei chronischen Erkrankungen

Manche Vorbesitzer geben bei der Abgabe offen Auskunft über bestehende Erkrankungen. Oft fehlen ihnen schlicht die Mittel für kostspielige Operationen oder dauerhafte Medikamente, weshalb sie den Vierbeiner schweren Herzens ins Tierheim geben. Da nicht jede Krankheit heilbar ist, hoffen die Tierheime auf Menschen, die auch für ein chronisch krankes Tier Verantwortung übernehmen wollen. Häufig unterstützt der Tierschutz Sie dabei: Der Veterinär des Tierheims behandelt das Tier kostenlos weiter oder der Verein übernimmt einen Teil der Kosten, um die Vermittlung zu erleichtern.

Tipp aus der Redaktion

Auch wenn Ihr neues Tier beim Einzug bereits vollständig untersucht, geimpft und womöglich kastriert ist, sollten Sie sich zeitnah bei einem Tierarzt in Ihrer Nähe vorstellen. Bringen Sie den Impfpass und alle Unterlagen aus dem Tierheim mit - so hat Ihr neuer Tierarzt von Anfang an den vollständigen Überblick und kann künftige Vorsorgetermine gezielt planen.

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Häufige Fragen zum Tierarzt im Tierheim

Was kostet der Tierarztbesuch bei einem Tierheimtier?

Für Sie als neuen Halter entstehen zunächst keine zusätzlichen Kosten: Die erste Untersuchung, Impfungen und häufig auch die Kastration sind bereits in der Schutzgebühr enthalten und vor der Vermittlung erfolgt.

Wie oft sollte ich mit meinem Tier zum Tierarzt gehen?

Gesunde Tiere sollten Sie mindestens einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung und für fällige Impfungen vorstellen, ältere oder chronisch kranke Tiere häufiger, je nach Empfehlung des Tierarztes.

Warum sind Tierheimtiere häufiger krank?

Viele Tiere kommen wegen finanzieller Not, Vernachlässigung oder ungeklärter Vorgeschichte ihrer Vorbesitzer ins Tierheim. Dadurch häufen sich Fälle mit Vorerkrankungen, die im Tierheim erst erkannt und behandelt werden.

Wann muss ich nach der Adoption zum eigenen Tierarzt?

Auch wenn das Tier bei Abgabe bereits durchgecheckt ist, empfiehlt sich ein zeitnaher Besuch bei Ihrem eigenen Tierarzt, um das Tier kennenzulernen und künftige Vorsorgetermine zu planen.

Welche Impfungen erhalten Tiere im Tierheim bereits?

In der Regel werden die für die jeweilige Tierart notwendigen Grundimpfungen verabreicht, dazu häufig eine Parasitenbehandlung. Details entnehmen Sie dem Impfpass, den Sie bei der Vermittlung erhalten.

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Redaktionell geprüft von der Tierheim.com-Redaktion · Aktualisiert: September 2026

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