Tierklinik
Eine Tierklinik unterscheidet sich von einer Tierarztpraxis durch mindestens drei Tierärzte, mehrere Operationsräume und umfangreiche Diagnostik - dazu ist sie rund um die Uhr geöffnet und bietet einen eigenen Notdienst. Eine Überweisung vom Haustierarzt brauchen Sie dafür nicht, Sie können direkt hinfahren.
In der Humanmedizin ist es völlig selbstverständlich: Bei schweren Erkrankungen oder Operationen geht es ins Krankenhaus, niemand erwartet vom Hausarzt eine Behandlung auf jedem Fachgebiet. In der Tiermedizin gilt oft ein anderer Maßstab, dabei stößt auch der beste Tierarzt mit eigener Praxis irgendwann an seine Grenzen und überweist Sie bei Bedarf an eine Tierklinik. Eine Überweisung ist dafür allerdings keine Pflicht: Sie können mit Ihrem Tier auch direkt eine Tierklinik aufsuchen.
Tierklinik oder Tierarztpraxis: Wo liegt der Unterschied?
| Tierarztpraxis | Tierklinik | |
|---|---|---|
| Tierärzte | meist ein bis zwei, oft Allgemeinmedizin | mindestens drei, davon ein Fachtierarzt |
| Personal | kleines Team | mindestens vier Hilfskräfte, davon zwei tiermedizinische Fachangestellte |
| Operationsräume | meist ein einfacher OP | mindestens zwei OP-Räume |
| Diagnostik | Basisausstattung | Röntgen, Sonografie, Endoskopie, EKG, Osteosynthese |
| Erreichbarkeit | reguläre Sprechzeiten | rund um die Uhr geöffnet, eigener Notdienst |
In Deutschland legt die Bundestierärztekammer fest, ab wann sich eine Einrichtung Tierklinik nennen darf. Nicht jede Tierarztpraxis muss diesen Anspruch erfüllen, denn sie übernimmt oft eher die Rolle des Hausarztes für Ihr Tier.
Welche Tierkliniken gibt es?
Nicht jede Tierklinik eignet sich gleich gut für jede Tierart:
- Kleintierkliniken für Hunde, Katzen und andere Haustiere
- Tierkliniken für Nutztiere wie Rinder, Schweine oder Schafe
- Pferdekliniken mit Spezialisierung auf Pferde
Reptilien, Vögel und andere Exoten sind für viele Tierärzte eine Besonderheit. Manche Tierkliniken bieten dafür eigene Sprechstunden an. Fragen Sie am besten vorab nach, ob die gewünschte Klinik auf Ihre Tierart eingerichtet ist.
Wann sollten Sie direkt eine Tierklinik aufsuchen?
Tierkliniken sind meist rund um die Uhr geöffnet und bieten außerhalb der üblichen Sprechzeiten einen Notdienst an. So ist Ihr Tier auch versorgt, wenn die Tierarztpraxis längst geschlossen hat. Bei einem akuten Notfall, etwa nach einem Unfall, bei starken Blutungen oder Atemnot, fahren Sie am besten ohne Umweg direkt in die nächstgelegene Tierklinik. Bei planbaren Eingriffen ist dagegen oft zunächst der Haustierarzt die richtige Anlaufstelle.
Tipp aus der Redaktion
Speichern Sie Adresse und Telefonnummer der nächsten Tierklinik schon jetzt in Ihrem Handy, nicht erst im Notfall. Im Ernstfall zählt jede Minute, und wer nicht erst suchen muss, verschafft seinem Tier wertvolle Zeit.
Rund um die Tiergesundheit
Häufige Fragen zur Tierklinik
Eine Tierklinik hat mindestens drei Tierärzte, davon einen Fachtierarzt, mehrere Operationsräume und umfangreiche Diagnostik wie Röntgen oder Endoskopie. Eine Tierarztpraxis übernimmt dagegen eher die Rolle des Hausarztes für Ihr Tier.
Bei akuten Notfällen wie Unfällen, starken Blutungen oder Atemnot sowie bei Erkrankungen mit umfassenderem Diagnose- oder Operationsbedarf ist eine Tierklinik die richtige Adresse.
Nein, eine Überweisung ist nicht zwingend nötig. Sie können mit Ihrem Tier auch direkt eine Tierklinik aufsuchen.
In Deutschland gibt es mehrere Hundert Tierkliniken. Am schnellsten finden Sie die nächstgelegene über eine Online-Suche, am besten schon vor einem Notfall.
Die Kosten hängen von Diagnostik und Behandlung ab und liegen wegen der umfangreicheren Ausstattung meist über denen einer Tierarztpraxis. Eine Tierkrankenversicherung kann hohe Rechnungen im Ernstfall abfedern.
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