Reptilien aus dem Tierheim

Reptilien üben auf viele Menschen eine große Faszination aus und erfreuen sich so als Haustiere zunehmender Popularität. Die ursprünglichen Kriechtiere, die bereits seit Millionen von Jahren die Erde bevölkern sind allerdings nur bedingt für die Haustierhaltung geeignet und stellen hohe Ansprüche an ihre Halter. Die Anschaffung eines Reptils will folglich gut überlegt sein, schließlich übernimmt man so Verantwortung für einen echten Exoten. Anders als domestizierte Haustiere wie Hunde oder Katzen werden Reptilien nicht zahm und gehen keine wirkliche Bindung zum Menschen ein. In der Regel ist eine Gewöhnung an den Halter das Maximum, das man erreichen kann. Wer sich dessen nicht bewusst ist, erlebt zuweilen eine Enttäuschung und verliert mitunter die Freude an dem Tier. Dies erklärt auch, warum immer mehr Reptilien im Tierheim landen.

Wenn Sie bereits eine gewisse Reptilien-Erfahrung mitbringen und den klassischen Zoofachhandel nicht unterstützen, sondern etwas Gutes tun wollen, sollten Sie sich bei den Tierheimen der Umgebung nach Reptilien erkundigen. Längst nicht mehr nur Hunde, Katzen und Nager warten in den Heimen auf ein neues, artgerechtes Zuhause, sondern auch immer mehr Reptilien. Wer Reptilien aus dem Tierheim adoptieren möchte, muss aber einiges beachten und sollte bedenken, dass diese in der Vergangenheit vermutlich nicht optimal gehalten wurden. Dies kann zu gewissen Herausforderungen führen, ist aber ein Grund mehr, einem Reptil aus dem Tierheim eine Chance zu geben.

Welche Reptilien warten im Tierheim auf ein neues Zuhause?

Reptilien sind nicht nur in den Tierheimen, sondern auch ganz allgemein in der Heimtierhaltung echte Exoten und somit trotz zunehmender Beliebtheit echte Raritäten. All diejenigen, die sich ein solches Schuppentier nach Hause holen wollen, sollten sich zunächst eingehend informieren und die Frage stellen, welche Reptilien zu ihnen passen. Hat man eine entsprechende Wahl getroffen, stellt sich die Frage, ob sich der exotische Haustierwunsch auch durch die Adoption eines Tierheim-Tieres realisieren lässt. Wer nicht nur das örtliche Tierheim in Betracht zieht und seinen Radius erweitert, dürfte durchaus fündig werden, denn unter anderem die folgenden Reptilien warten in vielen Tierheimen auf ein neues Zuhause:

  • Schlangen
  • Echsen
  • Chamäleons
  • Agamen
  • Bartagamen
  • Geckos
  • Wasserschildkröten
  • Landschildkröten
  • Leguane

Oftmals informieren die Tierheime auf ihren Websites über die zu vermittelnden Tiere, so dass man sich schon online einen ersten Eindruck verschaffen kann. Da jedoch nicht alle Tiere online präsentiert werden, lohnt es sich, zum Telefonhörer zu greifen und in dem einen oder anderen Tierheim anzurufen. Dabei sollte man natürlich bereits wissen, welche Reptilienart es sein soll. Seltene Arten sind auch in den Tierheimen rar, doch beispielsweise Wasserschildkröten findet man mittlerweile in fast allen Heimen. Dies ist unter anderem dem Umstand geschuldet, dass viele Besitzer eine kleine Wasserschildkröte kaufen, die dann aber rasant wächst und schnell zu groß für das Aquarium wird. Das Ende vom Lied ist dann, dass das Tier abgeschafft wird. Findet sich kein Abnehmer, wird die Wasserschildkröte im Tierheim abgegeben oder kurzerhand im nächsten Teich ausgesetzt. In vielen Parks entwickeln sich Wasserschildkröten so zu einem wachsenden Problem, dem die Verantwortlichen mit aufwendigen Fangaktionen begegnen. Dabei landen dann nicht selten einige Tiere auf einen Schlag im Tierheim.

Reptilien-Auffangstation statt Tierheim?

Reptilien sind zwar nicht die klassischen Tierheimtiere, dort aber dennoch immer häufiger auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Aufgrund der besonderen Ansprüche der Reptilienhaltung sind viele Tierheime allerdings schlichtweg überfordert und haben zuweilen ernsthafte Probleme, der Flut an Reptilien Herr zu werden. Aus diesem Grund geben viele Tierheime ihre Reptilien an Auffangstationen weiter, die mit der Haltung von Reptilien vertraut sind und den jeweiligen Ansprüchen an eine artgerechte Haltung gerecht werden können. Wenn Sie einem Reptil eine zweite Chance geben wollen, sollten Sie sich folglich nach Reptilien-Auffangstationen erkundigen. Hier hilft es zuweilen auch weiter, beim örtlichen Tierheim nachzufragen. Hat dieses keine eigene Reptilienstation, kann es zumeist auf andere Stellen verweisen, die Reptilien an verantwortungsbewusste Halter vermitteln.

Wie läuft die Reptilienvermittlung ab?

Wer sich ein Reptil zulegen möchte, muss sich in der Regel lediglich auf den Weg in den nächsten Zoofachhandel mit Reptilienabteilung machen. Dort findet man unterschiedlichste Arten in kleinen Schauterrarien und kann nicht nur Reptilien, sondern auch das gesamte Zubehör kaufen. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass es sich um keine Sache, sondern ein Lebewesen handelt, das eine entsprechende Würdigung verdient. Die Adoption eines Tieres kann man folglich nicht mit einem normalen Einkauf vergleichen. Vielfach ist auch die Herkunft solcher Reptilien ungewiss. Menschen, die stattdessen etwas Gutes tun wollen, sind beim Tierschutz goldrichtig. Die Vermittlung von Reptilien kann sich hier allerdings etwas aufwendiger gestalten, sollte Interessenten aber nicht abschrecken. Zunächst steht ein Besuch im Tierheim an, wo man die zu vermittelnden Reptilien in Augenschein nehmen kann. Hat man sich für ein Tier entschieden, steht ein Gespräch mit den verantwortlichen Tierpflegern an. Diese informieren über die Haltungsbedingungen und führen mitunter auch eine Vorkontrolle durch. Nach Abschluss eines Vermittlungsvertrages kann man sein neues Haustier dann endlich mitnehmen und sich fortan daran erfreuen.

Passen Reptilien zu mir?

Im Vorfeld sollten sich Tierheimbesucher aber selbst die Frage stellen, ob Reptilien oder auch Amphibien überhaupt zu ihnen passen. Hier muss man sich klar machen, dass es sich dabei nie um Schmusetiere handelt. Jede Berührung oder Entnahme aus dem Terrarium bedeutet für ein Reptil enormen Stress und ist daher nach Möglichkeit zu vermeiden. Als verantwortungsbewusster Reptilienhalter weiß man dies und sieht darin kein Problem. Vielmehr wünscht man sich ein exotisches Beobachtungstier, das man tagtäglich betrachten kann. Die Fütterung und das gesamte Verhalten sind sehr ursprünglich und üben auf viele Menschen eine große Faszination aus, die sich mit einem Reptil einen Teil Wildnis nach Hause holen.

Wie finde ich das richtige Reptil?

In Menschenhand werden unterschiedlichste Reptilien gehalten, die so leider auch immer wieder im Tierheim landen. Wer sich sicher ist, dass er mit einem Reptil die richtige Wahl trifft, muss noch die richtige Art finden. Nicht nur der Zoohandel, sondern auch die Tierheime können hier bedauerlicherweise mit einer großen Vielfalt aufwarten. Zunächst kommt es natürlich darauf an, dass einem das betreffende Tier gefällt und man sich für dessen Verhaltensweisen interessiert. Darüber hinaus ist auf die verschiedenen Haltungsansprüche Rücksicht zu nehmen. So kann man ergründen, ob es eine Wasserschildkröte für den Gartenteich, eine Schlange fürs Terrarium, eine Landschildkröte oder ein Leguan sein soll.

Worauf muss man bei Reptilien und Amphibien aus dem Tierheim achten?

Unabhängig davon, ob es um Reptilien aus dem Tierheim, vom Züchter oder aus dem Handel geht, müssen Sie vor der Anschaffung sicherstellen, dass Sie dem Tier und seinen Bedürfnissen gerecht werden können. Dabei geht es vor allem darum, ob Sie eine adäquate Unterbringung und Versorgung sicherstellen können. Wer beispielsweise Probleme mit Insekten hat, wird bei der Reptilienhaltung zumeist rasch an seine Grenzen kommen, da diese nicht selten als Futter dienen. Ausreichend Platz für das Terrarium beziehungsweise Aquarium muss selbstverständlich auch vorhanden sein. Gleichzeitig ist die Anschaffung der erforderlichen Technik recht kostenintensiv, während Licht und Wärme für nicht unerhebliche laufende Kosten sorgen. Außerdem muss auch ein Reptil mitunter zum Tierarzt und benötigt nicht nur etwaige Impfungen, sondern auch im Krankheitsfall eine medizinische Versorgung, die bei Exoten ganz schön ins Geld gehen kann. All dies muss man bedenken, wenn man ein Reptil aus dem Tierheim holen möchte. Zudem sollte man bedenken, dass die Vorbesitzer genau diese Punkte nicht ausreichend bedacht haben. So landen immer wieder Reptilien im Tierheim. Damit sich dieses Schicksal nicht wiederholt und die Tiere endlich ein dauerhaftes Zuhause finden, sollten Sie sich schon vor dem Besuch im Tierheim ausführlich Gedanken machen. Weiterhin sollten Sie sich ausdrücklich nach der Gesundheit des Tieres erkundigen, da eine schlechte Haltung durchaus dauerhafte Folgeschäden verursachen kann, auf die Sie als neuer Halter Rücksicht nehmen müssen.

Fazit

Die Haltung von Reptilien als Haustier ist allgemein umstritten, denn eine artgerechte Haltung ist aufgrund der speziellen Ansprüche der Tiere kaum möglich. Zudem landen nicht selten Wildfänge im Zoohandel, die unter traumatischen Umständen für das Tier eingefangen und nach Deutschland verfrachtet wurden. Diese Tiere haben ihre Freiheit verloren und müssen ihr Dasein in oftmals viel zu kleinen Terrarien fristen. Ein ähnliches Schicksal ereilt auch Nachzuchten, die oftmals als Statussymbole oder exotische Dekoration angeschafft werden. Dies wird natürlich keinem Lebewesen gerecht und ist vollkommen abzulehnen. Dementsprechend nehmen viele Tierfreunde von der Zucht exotischer Tiere Abstand und wollen diese nicht unterstützen. Wer dennoch Interesse an der Reptilienhaltung hat und bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen kann, sollte nach einem Reptil aus dem Tierschutz Ausschau halten. Durch die Adoption von Reptilien entlastet man die Tierheime und kann seinen Traum von der Exotenhaltung verwirklichen, ohne den Tierhandel zu unterstützen.

Sie haben ein Faible für exotische Tiere und die Möglichkeit, den besonderen Haltungsansprüchen von bestimmten Reptilien gerecht zu werden? Sie wissen, dass Reptilien nicht zahm werden und eher Beobachtungstiere sind? Auch die mitunter hohen Haltungskosten schrecken Sie nicht ab? Sie sind bereit, sich eingehend mit der betreffenden Tierart zu beschäftigen und entsprechende Fachliteratur zu studieren? Wenn Sie all dies bejahen können, sollten Sie sich mit dem einen oder anderen Tierheim in Verbindung setzen und nach zur Vermittlung stehenden Reptilien erkundigen. Über verantwortungsvolle und sachkundige Interessenten wird man dort in der Regel sehr erfreut sein, denn Reptilien stellen die Tierheime vor große Herausforderungen, landen aber immer häufiger dort.

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