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Vögel aus dem Tierheim

Vogel aus dem Tierheim

Einen oder mehrere Vögel aus dem Tierheim aufzunehmen, ist grundsätzlich eine gute Sache, denn auf diese Art und Weise erhalten Tiere, die ihr ursprüngliches Zuhause verloren haben, eine zweite Chance. Allerdings sollten sich Interessenten schon vor dem Besuch im Tierheim ernsthafte Gedanken darüber machen, ob ein Vogel wirklich zu ihnen passt. Viele Menschen handeln beim Vogelkauf eventuell überstürzt und legen sich mehr oder weniger unüberlegt einen Vogel zu. Stellen sie dann nach einem solchen Spontankauf fest, dass der gefiederte Freund zu laut ist, viel Dreck macht oder doch nicht wie erhofft zahm wird, landet das Tier im Tierheim. Die Abgabe im Tierheim ist für den Vogel oftmals eine traumatische Erfahrung, aber noch deutlich besser, als wenn er einfach fliegen gelassen und somit ausgesetzt wird. Draußen haben exotische Heimvögel praktisch keine Überlebenschance und erfrieren, verhungern oder werden beispielsweise leichte Beute für Katzen oder Raubvögel.

Aber längst nicht alle Vögel aus dem Tierheim haben zuvor eine schlechte Haltung oder Desinteresse ihres Besitzers erlebt. Verantwortungsvolle Vogelhalter kommen leider auch hin und wieder in die Situation, dass sie ihre Vögel im Tierheim abgeben müssen. Ausschlaggebend können hier eine Erkrankung oder Veränderungen der Lebensumstände sein, so dass fortan eine adäquate Betreuung des Tieres nicht mehr gewährleistet werden kann. Dann muss es aber nicht Endstation Tierheim heißen, denn dieses fungiert eher als Vermittler und gibt den Vögeln die Chance, ein neues Zuhause zu finden.

Vögel als Haustiere – Diese Arten werden gehalten

Zunächst sollten sich all diejenigen, die über die Anschaffung eines Vogels als Haustier nachdenken, ergründen, welche Arten in der Heimtierhaltung verbreitet sind. Rasch zeigt sich, dass hier eine enorme Vielfalt besteht. Dabei ist Vogel nicht gleich Vogel, so dass sich die Tiere nicht nur optisch erheblich voneinander unterscheiden können, sondern auch hinsichtlich ihrer Lautäußerungen und Haltungsansprüche. Es ist also von zentraler Bedeutung, sich intensiv mit den einzelnen Vogelarten zu beschäftigen und so mehr über Vögel in Menschenhand zu erfahren. Vor allem die folgenden Vogelarten sind beliebte Stubenvögel:

  • Kanarienvögel
  • Wellensittiche
  • Nymphensittiche
  • Zebrafinken
  • Aras
  • Amazonen
  • Kakadus
  • Graupapageien
  • Beos
  • Unzertrennliche
  • Sperlingspapageien

Von der Haltung von Wildvögeln ist dahingegen dringend abzuraten. Einerseits kann man den Bedürfnissen der Tiere in Gefangenschaft nicht gerecht werden und beraubt sie ihrer Freiheit, andererseits handelt es sich dabei auch um einen Verstoß gegen das Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege, kurz Bundesnaturschutzgesetz, das eine Entnahme von Wildvögeln aus der Natur untersagt, sofern es sich um keine in Not geratenen Tiere handelt. Wer einen oder mehrere Vögel halten möchte, sollte sich dementsprechend auf die Haustier-Vogelarten beschränken.

Welcher Vogel passt zu mir?

Papageien, Sittiche und Finken bilden die wichtigsten Oberkategorien der gängigen Haustier-Vogelarten. Aufgrund der zahlreichen Unterarten haben künftige Vogelhalter vielfach die Qual der Wahl und müssen sich erst einmal die folgende Grundsatzfrage stellen: Welcher Vogel passt zu mir? Zuvor sollte man jedoch kritisch hinterfragen, ob man überhaupt für die Vogelhaltung geeignet ist. Wer sich ein Tier zum Kuscheln wünscht und großen Wert auf eine stets saubere Wohnung legt, sollte die Anschaffung eines Vogels mitunter noch überdenken. Außerdem sind Vögel oftmals laut, wobei die Lautstärke und Art der Lautäußerungen je nach Art sehr unterschiedlich ausfallen können. Wer mit all diesen Punkten leben kann, sollte sich eingehend mit den verschiedenen Vogelarten befassen und dabei vor allem auf die folgenden Punkte achten:

  • Platzbedarf
  • Lautstärke
  • Zutraulichkeit
  • Lebenserwartung
  • Größe

Anhand dieser Kriterien lässt sich die Auswahl gut eingrenzen, so dass man durchaus in der Lage sein sollte, einen passenden Vogel als Haustier zu finden.

Wie sieht die artgerechte Haltung von Vögeln aus?

Unabhängig davon, für welche Art man sich schlussendlich entscheidet, sollte man jedem Vogel eine artgerechte Haltung zukommen lassen. So gilt es, möglichst naturnahe Bedingungen zu schaffen, so dass der Vogel sich in Menschenhand möglichst wohlfühlen kann. Dazu gehört es nicht nur, passendes Futter und ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen. Mindestens ebenso wichtig ist es bei den meisten Arten, eine Einzelhaltung abzulehnen und Vögeln das Zusammensein mit Artgenossen zu ermöglichen. Ein ausreichend großer Käfig beziehungsweise eine Voliere ist dann ebenfalls erforderlich. Gegebenenfalls sollten Sie Ihren gefiederten Freunden zudem Freiflug gewähren und so die Möglichkeit geben, etwas weitere Strecken in einem Zimmer oder der ganzen Wohnung zu fliegen. Weiterhin bedürfen die Vögel zudem auch einer gewissen Ansprache durch den Menschen, wobei dies von Individuum zu Individuum variiert. Gleichzeitig sollten Sie die Vögel nicht bedrängen und bedenken, dass es sich um Fluchttiere handelt, die Ihnen im Käfig aber nur bedingt ausweichen können. Respekt und eine intensive Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der jeweiligen Vogelart sind folglich die Basis für eine artgerechte Vogelhaltung.

Welche Ausstattung ist fĂĽr die Vogelhaltung erforderlich?

Indem Sie sich mit den Bedürfnissen und Ansprüchen der Vögel befassen, erkennen Sie rasch, welche Ausstattung erforderlich ist, um eine adäquate Vogelhaltung zu gewährleisten.

  • Unterbringung
    Zunächst benötigen Sie eine geeignete Unterbringung in Form eines Käfigs oder einer Voliere. Diese sollte der Größe des Tieres und dem jeweiligen Bewegungsbedürfnis angemessen sein. Darüber hinaus ist auf einen passenden Gitterabstand zu achten. Größere Vögel brauchen einen weiteren Gitterabstand, während kleinere Exemplare so mitunter entweichen könnten. Zudem sollten die Gitter möglichst waagerecht angebracht sein, denn viele Vogelarten klettern gerne. Grundsätzlich gilt beim Kauf eines Vogelkäfigs immer, je größer desto besser, wobei der Käfig eher breit als hoch sein sollte.
  • Sitzstangen
  • Näpfe
  • artgerechtes Futter
  • Vogelbad
  • Einstreu

Verschiedene Vogelarten spielen zudem auch recht gerne und freuen sich folglich über vogelgerechtes Spielzeug. Gegebenenfalls nehmen sie auch Nester und andere Verstecke dankbar an. Zu guter Letzt sollten angehende Vogelhalter auch bedenken, dass das Tier mitunter auch einmal krank werden kann. Für den Transport zum Tierarzt benötigt man so noch eine passende Transportbox.

Vogelkauf – ZĂĽchter, Zoohändler, Kleinanzeigen, Vogelbörse oder Tierheim?

Das gesamte Equipment für die Vogelhaltung erhält man im Allgemeinen im gut sortierten Zoofachhandel. So mancher Zoohändler verkauft zudem auch gleich die passenden Tiere dazu, so dass man beispielsweise Wellensittiche und Kanarienvögel vielfach einfach im Laden kaufen kann. Wenn Sie aber wissen wollen, woher die Tiere kommen, kann es sich lohnen, nach einem Züchter Ausschau zu halten. Online, in Fachzeitschriften oder auch in den Kleinanzeigen finden sich häufig entsprechende Kontakte. In vielen Fällen lohnt sich aber auch der Weg ins nächstgelegene Tierheim. Vögel sind hier zwar längst nicht so präsent wie beispielsweise Hunde und Katzen, werden aber leider auch immer wieder im Tierheim abgegeben.

Nicht alle Tierheime vermitteln auch Vögel, auf viele Heime trifft dies aber durchaus zu. Wenn Sie weder Züchter noch Zoohändler geschweige denn Vermehrer unterstützen, sondern vom Schicksal gebeutelten Tieren eine zweite Chance geben wollen, sollten Sie sich mit dem einen oder anderen Tierheim in Verbindung setzen. Gegebenenfalls können Ihnen die Tierpfleger auch Adressen von Vogelhilfen und Tierschutzvereinen mit zur Vermittlung stehenden Vögeln nennen.

Was sollte ich bei Vögeln aus dem Tierheim beachten?

Vögel sind grundsätzlich Schwarmtiere und benötigen daher mindestens einen Artgenossen zum Glücklichsein. Die Vergesellschaftung kann sich aber zuweilen als schwierig erweisen, weshalb einige Tierheime und Tierschutzvereine den bereits vorhandenen Vogel des Interessenten aufnehmen, so dass sich dieser seinen Partner selbst aussuchen kann. Wer kein gefiedertes Haustier hat und nun an einem Vogel aus dem Tierheim interessiert ist, sollte gleich mehrere Vögel aufnehmen. In der Regel ist dies dann zwingende Voraussetzung für die Vermittlung.

Abgesehen von den Formalitäten ist bei Vögeln aus dem Tierheim zu bedenken, dass diese in der Vergangenheit möglicherweise schlechte Erfahrungen mit dem Menschen gemacht haben und traumatisiert sein können. Das Vertrauen eines solchen Tieres zu gewinnen, kann eine immense Herausforderung oder sogar vollkommen unmöglich sein. Andererseits trifft man im Tierheim auch immer wieder auf zahme Sittiche und Papageien, die den Umgang mit Menschen kennen und sich lediglich an ihre neue Bezugsperson gewöhnen müssen. Grundsätzlich sollte man einem Tier aus dem Tierheim nach dem Einzug erst einmal Zeit geben, mit der neuen Situation zurecht zu kommen.

Darum lohnt es sich, Vögel aus dem Tierheim zu adoptieren

Grundsätzlich ist es immer eine gute Sache, Tieren in Not ein neues Zuhause zu schenken. Mangelndes Interesse seitens des Halters, Probleme mit dem Vermieter oder den Nachbarn, Allergien, ein erforderlicher Umzug und viele weitere Gründe führen dazu, dass Vögel ihr Zuhause verlieren und zu tierischen Notfällen im Tierschutz werden. Wer sich dahingegen Vögel anschaffen möchte, sollte nicht zwingend einen Züchter oder den Tierfachhandel aufsuchen, sondern sich in verschiedenen Tierheimen und Tierschutzvereinen umsehen. Über das Internet findet man auch einige Tierschutzorganisation mit dem Schwerpunkt Vögel. Indem man mit diesen Kontakt aufnimmt, erfährt man mehr über die zu vermittelnden Tiere und kann sich einen ersten Eindruck verschaffen.

In Anbetracht der Tatsache, dass viele Vögel, wie zum Beispiel Papageien, eine hohe Lebenserwartung haben, muss es nicht zwingend ein Jungtier vom Züchter sein. Stattdessen kann man auch einem etwas älteren Vogel eine Chance geben und diesem noch viele schöne Jahre bescheren. Ein Vorteil bei der Adoption von Vögeln aus dem Tierschutz besteht darin, dass man weiß, worauf man sich einlässt.

Die Tierpfleger/innen können Auskunft über den Charakter sowie die Eigenheiten des Tieres geben. Wer beispielsweise ein verträgliches Tier sucht oder besonderen Wert auf Zahmheit legt, kann die Suche dementsprechend eingrenzen. Im persönlichen Gespräch mit den Tierpflegern lässt sich rasch herausfinden, welche Vögel in Betracht kommen. Hier sollten sich Interessierte auf die Empfehlungen der Tierpfleger/innen verlassen und sich zugleich selbst ein Bild machen.

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Vogelliebhaber fragen sich vielfach, warum Menschen ihre Vögel abgeben. Die Tiere landen dann im Tierheim oder Tierschutzvereinen und müssen auf Interessenten hoffen, die ihren besonderen Bedürfnissen gerecht werden können. Die Haltungsbedingungen lassen sich nicht so leicht erfüllen, weshalb viele Vögel abgegeben werden. Teilweise ist auch die Aufgabe der Vogelhaltung der ausschlaggebende Grund, wenn nur noch ein Vogel vorhanden ist.

Da Vögel in der Regel im Schwarm leben und daher in der Heimtierhaltung mindestens einen Artgenossen brauchen, ist der Tod des Partnervogels ein häufiger Grund für die Abgabe im Tierheim.

Unabhängig davon, warum Vögel im Tierschutz landen, sollten echte Vogelfreunde stets die Tiervermittlung des Tierheims nutzen, um sich einen neuen gefiederten Freund nach Hause zu holen. Damit es danach keine Probleme gibt, sollten Interessierte den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beachten.

Nehmen Sie sich Zeit für die Vergesellschaftung Ihrer Vögel!

Da Vögel mindestens einen Artgenossen brauchen, kommt es häufig vor, dass Vogelhalter nach dem Tod eines Tieres einen neuen Partnervogel aus dem Tierheim holen. Die Tiere brauchen dann Zeit, um sich kennenzulernen und aneinander zu gewöhnen. Daher sollten sie nicht sofort in einen Käfig gesetzt werden. Stattdessen sollte der Neuankömmling in einem separaten Käfig im gleichen Raum platziert werden.

So können sich die Vögel sehen und hören. Idealerweise kommt es dann im gemeinsamen Freiflug zum ersten direkten Kontakt. Im Zuge dessen zeigt sich, ob die Vögel harmonieren oder noch Zeit brauchen. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen sowie etwas Glück finden die Vögel zueinander.

Fazit

Vögel sind beliebte Haustiere und dementsprechend auch in vielen Tierheimen zu finden. Hohe Ansprüche an eine artgerechte Haltung sowie Krach und Dreck sorgen bei so manchem Vogelhalter für so viel Frust, dass er seinen gefiederten Freund im Tierheim abgibt. Eine Krankheit oder der Tod des Besitzers führen ebenfalls viele Vögel ins Tierheim. Wenn Sie sich beispielsweise Wellensittiche, Kanarienvögel oder Papageien zulegen möchten, sollten Sie auch an die Vögel im Tierheim denken und diesen eine Chance geben.

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