Chinchillas aus dem Tierheim

Die biologische Familie der aus Südamerika stammenden Nagetiere Chinchillas umfasst drei Gattungen, wobei die meisten Menschen stets die Eigentlichen Chinchillas im Sinn haben. Einst dienten diese als Pelzlieferanten und wurden wegen ihres Fells gejagt, heute sind sie beliebte Haustiere, die von ihren Menschen gehegt und gepflegt werden. Während die Stachelschweinverwandten in freier Wildbahn selten geworden und stark gefährdet sind, sind sie in der Heimtierhaltung weit verbreitet. Ursprünglich leben Chinchillas in den Anden sowie an der hügeligen Küste im westlichen Teil Südamerikas. Einen vergleichbaren Lebensraum kann man Chinchillas in der Heimtierhaltung zwar nicht bieten, doch das Ziel des Menschen sollte es hier sein, den Tieren ein möglichst artgerechtes Zuhause zu bieten. Die richtige Unterbringung ist hier das A und O. Aus diesem Grund sollte vor der Anschaffung von Chinchillas eine umfassende Recherche stattfinden, um die Bedürfnisse und Anforderungen zu ergründen.

Chinchillas als Haustiere

Hierzulande sehen die Menschen in Chinchillas niedliche Haustiere, so dass ihnen die Vorstellung, die possierlichen Nager wegen ihres Fells zu jagen, erschreckend erscheint. Doch genau dies war und ist auch noch die Realität, die viele Chinchillas erleben. Zuweilen werden sie auch auf Pelztierfarmen gehalten und fristen dort ein trostloses Dasein während ihres viel zu kurzen Lebens. Liebhaber der südamerikanischen Nagetiere können dies verständlicherweise nicht nachvollziehen und sehen in Chinchillas liebenswerte Haustiere. Nichtsdestotrotz ist es Tatsache, dass es sich nach wie vor auch um Nutztiere für die Pelzindustrie handelt. Verbraucher auf der ganzen Welt können dagegen jedoch etwas tun, indem sie ganz bewusst auf Echtpelz verzichten. Auf diese Art und Weise entziehen sie der Pelzindustrie ihre Grundlage und bereiten langfristig dem Leiden unzähliger Chinchillas in Pelzfarmen ein Ende.

Unabhängig von der Pelz-Problematik stellt sich natürlich die Frage, wie Chinchillas als Haustiere gehalten werden können. Tierfreunde sollten sich die Natur zum Vorbild nehmen und ergründen, wie Chinchillas in freier Wildbahn leben. Hier bevorzugen sie Höhenlagen von bis zu 1.500 bis 3.000 Metern. Als Unterschlupf dienen ihnen Höhlen und Felsspalten. Ihre Nahrung besteht aus pflanzlicher Kost. Erwähnenswert ist außerdem, dass Chinchillas sehr soziale Tiere sind, die durchaus auch in größeren Gruppen leben. Ob sie monogame Beziehungen führen, ist allerdings strittig. Fakt ist aber, dass Weibchen untereinander eher unverträglich sind.

All dies sind wichtige Informationen für die Haltung von Chinchillas als Haustiere. So ist von einer Einzelhaltung unbedingt abzusehen. Weiterhin sollten ausreichend Klettermöglichkeiten vorhanden sein. Wissenswert ist zudem, dass Chinchillas dämmerungs- beziehungsweise nachtaktiv sind. Für Kinder sind sie daher eher nicht die richtigen Haustiere.

Die richtige Ausstattung für Chinchillas

Chinchillas sehen nicht nur liebenswürdig aus, sondern legen auch ein interessantes Verhalten an den Tag. Menschen, die dies wissen und sich daher Chinchillas anschaffen möchten, sollten sich im Vorfeld jedoch mit den Bedürfnissen der Tiere vertraut machen und die richtige Ausstattung zusammenstellen. Allem voran ist hier ein Käfig beziehungsweise eine Voliere in ausreichender Größe erforderlich. Für zwei Chinchillas sollte so mindestens ein Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Zusätzlich sollte die Höhe mindestens 1,5 Meter betragen. So schreibt es das Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren des deutschen Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vor. Wer den kleinen Nagern mehr Platz bieten kann, sollte dies natürlich auch tun, schließlich tummeln sich wildlebende Chinchillas in den nahezu endlosen Weiten Südamerikas. Neben dem größtmöglichen Käfig dürfen auch die folgenden Dinge auf keinen Fall fehlen:

  • Holzetagen
  • Häuschen
  • Näpfe
  • Sandbad
  • Einstreu
  • Heu
  • Futter
  • Tunnel
  • Röhren
  • Heuraufe

Chinchillas kaufen

Macht man sich auf den Weg in das nächstgelegene Tierfachgeschäft, erhält man dort nicht nur die gängige Ausstattung für Nager, sondern mitunter auch lebende Tiere. Neben dem erforderlichen Zubehör kann man hier auch direkt Chinchillas kaufen. Alternativ lohnt es sich auch, den einen oder anderen Züchter zu kontaktieren. Dieser hat regelmäßig Jungtiere und steht Interessenten gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Chinchillas aus dem Tierheim adoptieren

Es ist natürlich einfach, Chinchillas im Laden oder beim Züchter zu kaufen, schließlich ist die Anschaffung so mit keinerlei Hürden verbunden. Im Tierschutz kann dies etwas anders aussehen, denn nicht selten müssen sich Interessenten einige Fragen gefallen lassen und detailliert über die Haltungsbedingungen Auskunft geben, die man den Tieren bieten kann. Dadurch besteht zuweilen eine gewisse Hemmschwelle. Davon sollten sich Chinchilla-Fans nicht einschüchtern lassen, schließlich geht es den Tierschützern um das Wohl der Tiere. Dass längst nicht alle Chinchillas im Tierheim Jungtiere sind, sollte Tierfreunde ebenfalls nicht abhalten, denn in Menschenobhut kann ein Chinchilla bis zu 20 Jahre alt werden.

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