Chinchillas aus dem Tierheim oder vom Züchter
Chinchillas sind gesellige, dämmerungsaktive Nagetiere aus den Anden mit dem dichtesten Fell aller Säugetiere und einer erstaunlich langen Lebenserwartung. Ins Tierheim kommen sie oft, weil Halter ihren nächtlichen Bewegungsdrang, die lange Bindung von bis zu zwanzig Jahren oder die Tatsache unterschätzen, dass sie keine Kuscheltiere sind.
Wer bereit ist, mindestens zwei Tieren viel Platz und die richtige Pflege zu bieten, findet auch im Tierschutz abgegebene Chinchillas.
Charakter & Wesen
Chinchillas sind neugierige, lebhafte und ausgesprochen gesellige Tiere, die den Kontakt zu Artgenossen zwingend brauchen. Sie sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv, dann klettern und springen sie ausdauernd. Anfangs oft scheu, können sie mit Geduld handzahm werden - festgehalten oder getragen werden möchten sie jedoch nicht.
gesellig aktiv neugierig nachtaktiv sprungstark anfangs scheu sensibel langlebig
Erscheinungsbild
Chinchillas sind etwa kaninchengroße Nager mit rundlichem Körper, großen Ohren, dunklen Knopfaugen und langen, kräftigen Hinterbeinen zum Springen. Ihr Markenzeichen ist das unglaublich dichte Fell, aus jedem Follikel wachsen viele Haare, was es das dichteste im Tierreich macht und zugleich sehr empfindlich gegenüber Nässe. Neben dem grauen Wildtyp gibt es zahlreiche Zuchtfarben von Weiß über Beige bis Schwarz.
Wie alt wird ein Chinchilla? Gesundheit & Lebenserwartung
Chinchillas werden mit 15 bis 20 Jahren außergewöhnlich alt für Nagetiere. Auf einige typische Gesundheitsthemen sollte man achten:
- Zahnfehlstellungen: die ständig wachsenden Zähne können ohne genug Raufutter fehlerhaft abwachsen (Malokklusion).
- Verdauungsprobleme: falsche Fütterung führt schnell zu Blähungen und gefährlicher Trommelsucht.
- Hitzeempfindlichkeit: über etwa 25 Grad droht durch das dichte Fell ein Hitzschlag.
Heu zur freien Verfügung, ein kühler, ruhiger Standort und regelmäßige Zahnkontrollen beim Tierarzt beugen den häufigsten Problemen vor.
Haltung & Pflege
Chinchillas gehören niemals einzeln gehalten, sondern mindestens zu zweit in einer großen, mehretagigen Voliere mit Kletter- und Nagemöglichkeiten. Statt im Wasser reinigen sie ihr Fell im täglichen Sandbad mit speziellem Chinchillasand. Der Standort sollte kühl, zugfrei und tagsüber ruhig sein, da die Tiere nachtaktiv sind. Nagematerial und Heu müssen ständig verfügbar sein.
Chinchillas mit Kindern und anderen Tieren
Für kleine Kinder sind Chinchillas nur bedingt geeignet: Sie sind nachtaktiv, mögen kein Greifen oder Festhalten und reagieren empfindlich auf Stress. Untereinander sind sie sehr gesellig und sollten paarweise oder in kleinen Gruppen leben. Mit anderen Tierarten wie Katzen, Hunden oder anderen Nagern dürfen sie nicht vergesellschaftet werden.
Für wen ist das Chinchilla geeignet?
- Familientauglichmittel
- Anfängertauglichmittel
- Platzbedarfhoch
- Pflegeaufwandmittel bis hoch
- Nachtaktivitäthoch
- Wohnungshaltungreine Innenhaltung
Kurz gesagt: Chinchillas passen zu geduldigen Menschen mit Platz und Abendrhythmus, die mindestens zwei Tiere über viele Jahre artgerecht versorgen wollen - als Streicheltier für kleine Kinder sind sie ungeeignet.
Spricht für Chinchillas
- sehr langlebig und faszinierend zu beobachten
- sauber und weitgehend geruchsarm
- lebhaft, gesellig und aktiv
- reine Innenhaltung, kein Auslauf im Freien nötig
Sollte man bedenken
- nachtaktiv, dadurch nächtliche Geräusche
- kein Kuscheltier, nichts für kleine Kinder
- brauchen Artgenossen und eine große Voliere
- hitzeempfindlich und langfristige Verpflichtung
Was kostet ein Chinchilla?
Die Anschaffung der Tiere selbst ist überschaubar, ins Gewicht fallen vor allem Voliere, Zubehör und die langfristige Versorgung von mindestens zwei Tieren.
| Herkunft | Kosten | Inklusive |
|---|---|---|
| Tierheim / Tierschutz | ca. 30-60 Euro Schutzgebühr je Tier | meist gesundheitlich gecheckt, oft schon als Paar oder Gruppe |
| Jungtier vom Züchter | ca. 80-200 Euro je Tier | Herkunftsnachweis; auf seriöse Zucht und Gruppenhaltung achten |
Tipp aus der Redaktion
Stell die Voliere in einen kühlen, tagsüber ruhigen Raum und miss im Sommer die Temperatur - liegt sie dauerhaft über 25 Grad, drohen deinen Chinchillas gefährliche Hitzschläge.
Chinchillas aus dem Tierheim adoptieren
Immer wieder werden Chinchillas abgegeben, weil ihre Haltung unterschätzt wurde. Im Tierheim warten sie oft schon als eingespieltes Paar auf ein neues, artgerechtes Zuhause.
Tierheim in der Nähe findenHäufige Fragen zum Chinchillas
Chinchillas werden mit 15 bis 20 Jahren außergewöhnlich alt für Nagetiere. Eine Anschaffung ist damit eine langfristige Verpflichtung über viele Jahre.
Ein Chinchilla erreicht eine Körperlänge von etwa 22 bis 38 cm, dazu kommt der buschige Schwanz. Das Gewicht liegt bei rund 400 bis 600 Gramm, wobei Weibchen meist etwas schwerer sind.
Im Tierschutz wird ein Chinchilla gegen eine Schutzgebühr von etwa 30 bis 60 Euro je Tier vermittelt, beim Züchter kostet ein Jungtier rund 80 bis 200 Euro. Deutlich teurer sind Voliere, Zubehör und die Versorgung mehrerer Tiere.
Nein. Chinchillas sind sehr gesellige Gruppentiere und dürfen nicht einzeln gehalten werden. Sie brauchen mindestens einen Artgenossen, besser eine kleine Gruppe, um sich wohlzufühlen.
Das Fell der Chinchillas ist so dicht, dass es bei Nässe kaum trocknet und schnell schimmeln oder zu Hautproblemen führen würde. Im täglichen Sandbad mit speziellem Chinchillasand reinigen und entfetten sie ihr Fell auf natürliche Weise.
Einen Chinchillas aus dem Tierheim adoptieren
Auch reinrassige Tiere wie der Chinchillas landen immer wieder im Tierheim - etwa nach einem Umzug, einer Trennung oder Überforderung. Wer adoptiert, zahlt statt hoher Zuchtpreise nur eine Schutzgebühr und gibt einem Tier in Not ein Zuhause. Die Tierheime beraten ehrlich, ob ein Chinchillas zu Ihrem Alltag passt.
Tierheime und Tierschutzvereine mit Vermittlungstieren - nach Bundesland und Ort.