Ratten aus dem Tierheim oder vom Züchter
Farbratten gehören zu den intelligentesten und sozialsten Kleintieren überhaupt - kaum ein anderes Heimtier baut so schnell eine echte Bindung zum Menschen auf und lernt sogar kleine Kunststücke. Ins Tierheim kommen sie oft, weil ihr Ruf als günstiges Anfängertier täuscht: Sie brauchen zwingend Artgenossen, viel Platz und tägliche Beschäftigung, was viele Halter unterschätzen.
Wer bereit ist, gleich mehreren Tieren ein artgerechtes Zuhause zu geben, findet in der Adoption eine sehr erfüllende Aufgabe.
Charakter & Wesen
Farbratten sind neugierig, verschmust und erstaunlich lernfähig. Sie erkennen ihre Bezugspersonen, kommen auf Zuruf und lassen sich mit Geduld auf die Hand nehmen. Als Rudeltiere fühlen sie sich nur in Gesellschaft von Artgenossen wohl - Einzelhaltung führt zu Verhaltensstörungen und Verkümmerung. Untereinander sind sie friedlich und pflegen ein enges soziales Miteinander mit Fellpflege und gemeinsamem Schlafen.
intelligent verspielt sozial neugierig anhänglich lernfähig aktiv gesellig
Erscheinungsbild
Die Farbratte hat einen schlanken, muskulösen Körper, eine spitze Schnauze und die charakteristischen fast nackten Ohren. Der lange, beschuppte Schwanz dient als Balanceorgan und zur Wärmeregulation. Durch die Zucht gibt es zahlreiche Fellfarben und -zeichnungen - von einfarbig über gescheckt bis hin zu Rex-Fell mit gewelltem Haar oder den fast haarlosen Nacktratten. Männchen werden deutlich größer und kräftiger als die zierlicheren Weibchen.
Wie alt wird eine Ratte? Gesundheit & Lebenserwartung
Ratten werden im Schnitt nur 2 bis 3 Jahre alt - das kurze Leben ist der wohl größte Wermutstropfen dieser Tiere. Einige rassetypische Gesundheitsthemen sollte man kennen:
- Atemwegserkrankungen: Mycoplasmen sind weit verbreitet, staubarme Einstreu und gute Belüftung beugen vor.
- Tumore: vor allem unkastrierte Weibchen neigen zu Mamma-Tumoren, die operativ entfernt werden können.
- Zahnwachstum: die ständig nachwachsenden Schneidezähne brauchen ausreichend Nagematerial.
Regelmäßige Kontrolle auf Knubbel und Atemgeräusche sowie ein rattenkundiger Tierarzt sind die beste Vorsorge.
Haltung & Pflege
Ratten brauchen einen großen, mehrstöckigen Käfig mit Etagen, Hängematten, Röhren und Klettermöglichkeiten - je Tier deutlich mehr Platz, als handelsübliche Käfige suggerieren. Sie sollten mindestens zu zweit, besser in kleinen Gruppen gehalten werden. Täglicher, gesicherter Auslauf und Beschäftigung sind Pflicht. Die Ernährung besteht aus einer guten Körnermischung, ergänzt durch frisches Gemüse, etwas Obst und gelegentlich tierisches Eiweiß.
Ratten mit Kindern und anderen Tieren
Ratten können tolle Familientiere sein, wenn Kinder alt genug sind, um behutsam mit ihnen umzugehen und ihre Grenzen zu respektieren. Der Umgang sollte immer beaufsichtigt werden, da die kleinen Tiere schreckhaft und empfindlich sind. Mit anderen Haustieren wie Katzen, Hunden oder Frettchen vertragen sich Ratten nicht - für diese sind sie Beutetiere und müssen strikt getrennt bleiben.
Für wen ist die Ratte geeignet?
- Familientauglichhoch
- Anfängertauglichbedingt
- Platzbedarfmittel
- Pflegeaufwandmittel
- Sozialbedürfnishoch
- Wohnungshaltungideal
Kurz gesagt: Ratten sind ideal für Menschen, die sich intensiv mit sehr sozialen, intelligenten Tieren beschäftigen wollen und bereit sind, immer mehrere Tiere zu halten - trotz der kurzen Lebenserwartung.
Spricht für die Ratte
- sehr intelligent, lernfähig und menschenbezogen
- baut eine echte Bindung zum Halter auf
- vergleichsweise pflegeleicht und günstig in der Anschaffung
- faszinierendes Sozialverhalten in der Gruppe
Sollte man bedenken
- kurze Lebenserwartung von nur 2-3 Jahren
- Einzelhaltung ist Tierquälerei, es braucht immer mehrere Tiere
- anfällig für Atemwegserkrankungen und Tumore
- brauchen viel Platz, Auslauf und tägliche Zuwendung
Was kostet eine Ratte?
Ratten selbst sind günstig, der Hauptaufwand steckt in Käfig, Einrichtung und Tierarztkosten.
| Herkunft | Kosten | Inklusive |
|---|---|---|
| Tierheim / Tierschutz | ca. 5-15 Euro Schutzgebühr | meist gesundheitlich gecheckt, oft schon vergesellschaftet |
| Jungtier vom Züchter | ca. 10-25 Euro | bei seriöser Zucht sozialisiert und gesund aufgezogen |
Tipp aus der Redaktion
Nimm nie nur eine einzelne Ratte auf - im Tierheim warten oft bereits harmonierende Gruppen, die zusammen adoptiert werden können. Das erspart die heikle Vergesellschaftung fremder Tiere.
Eine Ratte aus dem Tierheim adoptieren
In vielen Tierheimen warten Farbratten in kleinen Gruppen auf ein neues Zuhause. Gib gleich mehreren dieser klugen Tiere eine zweite Chance.
Tierheim in der Nähe findenHäufige Fragen zum Ratten
Farbratten erreichen im Durchschnitt ein Alter von 2 bis 3 Jahren. Bei sehr guter Haltung und Gesundheit werden einzelne Tiere auch etwas älter.
Der Körper wird 20 bis 28 cm lang, dazu kommt ein etwa gleich langer Schwanz. Weibchen wiegen 250 bis 450 g, die größeren Männchen 400 bis 650 g.
Im Tierheim liegt die Schutzgebühr bei etwa 5 bis 15 Euro, beim Züchter kostet ein Jungtier rund 10 bis 25 Euro. Deutlich teurer sind der große Käfig, die Einrichtung und die Tierarztkosten.
Ratten sind hochsoziale Rudeltiere und leiden in Einzelhaltung stark. Sie brauchen zwingend mindestens einen Artgenossen, besser eine kleine Gruppe, um ihr Sozialverhalten auszuleben.
Ratten benötigen eine hochwertige Körnermischung, ergänzt durch frisches Gemüse, etwas Obst und gelegentlich tierisches Eiweiß. Zucker- und fetthaltige Snacks sollten die Ausnahme bleiben.
Einen Ratten aus dem Tierheim adoptieren
Auch reinrassige Tiere wie der Ratten landen immer wieder im Tierheim - etwa nach einem Umzug, einer Trennung oder Überforderung. Wer adoptiert, zahlt statt hoher Zuchtpreise nur eine Schutzgebühr und gibt einem Tier in Not ein Zuhause. Die Tierheime beraten ehrlich, ob ein Ratten zu Ihrem Alltag passt.
Tierheime und Tierschutzvereine mit Vermittlungstieren - nach Bundesland und Ort.