Frettchen aus dem Tierheim oder vom Züchter
Frettchen sind verspielte, neugierige Raubtiere aus der Familie der Marder und die domestizierte Form des Iltis. Ins Tierheim kommen sie oft, weil ihr großer Bewegungs- und Beschäftigungsdrang, ihr strenger Eigengeruch und die nötige Zeit für täglichen Freilauf unterschätzt wurden.
Wer den Alltag mit diesen lebhaften Energiebündeln stemmen kann, findet im Tierschutz häufig bereits kastrierte und vergesellschaftete Frettchen.
Charakter & Wesen
Frettchen sind extrem verspielt, neugierig und stecken voller Energie. Sie erkunden jede Ecke, schlüpfen in enge Spalten und legen Vorräte an geheimen Verstecken an. Nach ausgiebigen Tobephasen schlafen sie tief und lange. Sie sind gesellig und fühlen sich zu zweit oder in kleinen Gruppen am wohlsten. Mit ihren Menschen bauen sie eine enge Bindung auf, zeigen sich verschmust und lernen sogar ihren Namen und einfache Regeln.
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Erscheinungsbild
Frettchen haben einen langen, geschmeidigen Körper, kurze Beine und einen buschigen Schwanz, ideal, um sich durch enge Röhren zu winden. Rüden werden mit 40 bis 60 Zentimetern deutlich größer und schwerer als die zierlicheren Fähen. Das dichte Fell gibt es in vielen Farbschlägen, von reinweißen Albinos über sandfarbene bis zu dunklen, iltisfarbenen Tieren mit charakteristischer Gesichtsmaske. Der artspezifische Moschusgeruch ist ganz normal und lässt sich durch Haltung, nicht durch Baden, in Grenzen halten.
Wie alt wird ein Frettchen? Gesundheit & Lebenserwartung
Frettchen werden im Schnitt 6 bis 10 Jahre alt. Als Raubtiere sind sie für einige typische Erkrankungen anfällig, die eine tierärztliche Betreuung durch einen frettchenerfahrenen Tierarzt sinnvoll machen.
- Nebennierenerkrankung: Hormonelle Störungen der Nebenniere sind häufig und zeigen sich oft durch Haarausfall.
- Insulinom: Tumore der Bauchspeicheldrüse senken den Blutzucker und führen zu Schwächeanfällen.
- Infektionen: Gegen die tödliche Staupe muss geimpft werden, und Frettchen können sich mit der menschlichen Grippe anstecken.
Regelmäßige Impfungen und eine artgerechte, fleischbasierte Ernährung sind die wichtigste Vorsorge.
Haltung & Pflege
Frettchen brauchen ein großes, mehrstöckiges Gehege mit Hängematten und Röhren sowie täglich mehrere Stunden Freilauf in einem gut gesicherten Raum, denn sie schlüpfen durch jede Lücke. Als Fleischfresser benötigen sie hochwertiges Frettchen- oder Katzenfutter mit hohem Fleischanteil, ergänzt durch geeignetes Frischfleisch. Sie sollten nie allein gehalten werden. Baden ist selten nötig, gelegentliche Krallenpflege und saubere Schlafplätze reichen aus.
Frettchen mit Kindern und anderen Tieren
Frettchen passen zu Familien mit älteren Kindern, die den ruppigen, schnellen Spielstil verstehen und die Tiere behutsam behandeln. Für kleine Kinder sind sie zu wild und können beim Spielen zwicken. Mit Hunden verstehen sich manche Frettchen gut, kleinere Haustiere wie Mäuse, Vögel oder Kaninchen gehören dagegen zur Beute und dürfen niemals mit ihnen zusammenkommen.
Für wen ist das Frettchen geeignet?
- Familientauglichmit älteren Kindern
- Anfängertauglichbedingt
- Auslaufbedarfsehr hoch
- Pflegeaufwandmittel
- Spieltriebsehr hoch
- Wohnungshaltunggut geeignet
Kurz gesagt: Das Frettchen passt zu aktiven Menschen mit Zeit, die täglichen Freilauf, Beschäftigung und den typischen Eigengeruch mögen und die Tiere niemals allein halten.
Spricht für das Frettchen
- verspielt, intelligent und bindungsfreudig
- lernt Namen und einfache Regeln
- faszinierendes, aktives Verhalten
- lässt sich in der Wohnung halten
Sollte man bedenken
- sehr hoher Zeit- und Freilaufbedarf
- typischer Moschusgeruch
- nie einzeln, nie mit Beutetieren
- regelmäßige Impfungen und spezialisierter Tierarzt nötig
Was kostet ein Frettchen?
Neben dem Anschaffungspreis fallen laufend Kosten für hochwertiges Futter, Impfungen und tierärztliche Vorsorge an.
| Herkunft | Kosten | Inklusive |
|---|---|---|
| Tierheim / Tierschutz | ca. 30-50 Euro Schutzgebühr | meist kastriert, geimpft und tierärztlich gecheckt |
| Jungtier vom Züchter | ca. 80-150 Euro | bei seriöser Zucht gesunde, sozialisierte Tiere |
Tipp aus der Redaktion
Sichere den Freilaufraum wie für ein Kleinkind: Frettchen quetschen sich durch Spalten ab zwei Zentimeter, klettern hinter Schränke und öffnen Schubladen. Verschließe Ritzen, Kabelschächte und offene Rohre, bevor das erste Frettchen einzieht.
Ein Frettchen aus dem Tierheim adoptieren
In vielen Tierheimen warten Frettchen paarweise auf ein Zuhause mit Zeit und Auslauf. Mit einer Adoption gibst du diesen verspielten Tieren einen aktiven neuen Alltag.
Tierheim in der Nähe findenHäufige Fragen zum Frettchen
Frettchen werden im Durchschnitt 6 bis 10 Jahre alt. Mit regelmäßigen Impfungen, artgerechter Ernährung und guter tierärztlicher Betreuung schöpfen sie diese Spanne am ehesten aus.
Rüden erreichen 40 bis 60 Zentimeter Länge und wiegen 1 bis 2 Kilogramm. Die zierlicheren Fähen bleiben mit rund 0,6 bis 1 Kilogramm deutlich kleiner und leichter.
Im Tierheim liegt die Schutzgebühr bei etwa 30 bis 50 Euro, beim seriösen Züchter zahlt man rund 80 bis 150 Euro. Dazu kommen laufende Kosten für hochwertiges Fleischfutter, Impfungen und Tierarzt.
Die Staupe verläuft für Frettchen fast immer tödlich, deshalb ist eine Schutzimpfung dagegen unerlässlich. Je nach Region wird zusätzlich gegen Tollwut geimpft.
Nein, Frettchen sind gesellige Tiere und sollten mindestens zu zweit gehalten werden. Einzeltiere vereinsamen und langweilen sich schnell, was zu Verhaltensauffälligkeiten führt.
Einen Frettchen aus dem Tierheim adoptieren
Auch reinrassige Tiere wie der Frettchen landen immer wieder im Tierheim - etwa nach einem Umzug, einer Trennung oder Überforderung. Wer adoptiert, zahlt statt hoher Zuchtpreise nur eine Schutzgebühr und gibt einem Tier in Not ein Zuhause. Die Tierheime beraten ehrlich, ob ein Frettchen zu Ihrem Alltag passt.
Tierheime und Tierschutzvereine mit Vermittlungstieren - nach Bundesland und Ort.