Degus aus dem Tierheim oder vom Züchter
Degus sind gesellige, tagaktive Nagetiere aus den chilenischen Anden, die in festen Familienverbänden leben und ihre Umgebung mit großer Neugier und viel Bewegung erkunden. Ins Tierheim kommen sie häufig, weil Halter den enormen Platzbedarf, die zwingende Gruppenhaltung und die strenge zuckerfreie Ernährung unterschätzt haben.
Wer einer kleinen Degu-Gruppe ein artgerechtes Zuhause bieten kann, findet im Tierschutz oft schon vergesellschaftete Tiere, die auf einen Neustart warten.
Charakter & Wesen
Degus sind ausgesprochen soziale Tiere, die niemals allein gehalten werden dürfen. In der Gruppe kommunizieren sie über ein reiches Repertoire an Lauten, putzen sich gegenseitig und bauen enge Bindungen auf. Sie sind tagaktiv, dauernd in Bewegung und außerordentlich intelligent, weshalb sie viel Beschäftigung und ein abwechslungsreiches Gehege brauchen. Mit Geduld werden sie zutraulich, bleiben aber temperamentvolle Beobachtungstiere und keine reinen Kuscheltiere.
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Erscheinungsbild
Degus wirken wie eine Mischung aus Eichhörnchen und Rennmaus. Ihr Körper misst rund 13 bis 19 Zentimeter, dazu kommt ein etwa gleich langer Schwanz mit charakteristischer Endquaste. Das Fell ist kurz, dicht und in der Wildform gelblich-braun (Agouti) mit hellerer Bauchseite. Auffällig sind die großen dunklen Augen, die kräftigen Hinterläufe und die orangefarbenen Zahnschmelzflächen der Nagezähne, die bei gesunden Tieren normal sind.
Wie alt wird ein Degu? Gesundheit & Lebenserwartung
Bei artgerechter Haltung werden Degus etwa 6 bis 8 Jahre alt. Ihre Gesundheit hängt stark von der richtigen Ernährung ab, denn sie neigen zu einigen typischen Problemen.
- Diabetes: Degus können Zucker schlecht verstoffwechseln, zuckerhaltiges Futter und Obst führen rasch zu Diabetes und grauem Star.
- Zahnprobleme: Die lebenslang wachsenden Zähne brauchen ständigen Abrieb durch Heu und Nagematerial.
- Schwanzverletzungen: Werden Degus am Schwanz gegriffen, kann sich die Schwanzhaut ablösen, deshalb nie am Schwanz festhalten.
Eine konsequent zuckerfreie Fütterung und eine großzügige, sichere Einrichtung sind die beste Vorsorge.
Haltung & Pflege
Degus brauchen ein hohes, mehrstöckiges Gehege mit viel Grundfläche, Klettermöglichkeiten, einem Sandbad und tiefer Einstreu zum Graben. Als Gruppentiere müssen sie mindestens zu zweit, besser in kleinen Gruppen leben. Die Ernährung ist der Knackpunkt: Heu zur freien Verfügung, dazu spezielles zuckerfreies Degufutter, Kräuter und frische Zweige, aber kein Obst und keine Leckerlis mit Zucker. Das Fell pflegen die Tiere über das Sandbad selbst.
Degus mit Kindern und anderen Tieren
Degus eignen sich für Familien mit älteren, ruhigen Kindern, die verstehen, dass die Tiere beobachtet und nicht ständig hochgenommen werden wollen. Für kleine Kinder sind sie zu flink und zu empfindlich am Schwanz. Mit anderen Haustieren wie Hund oder Katze sollten sie keinen direkten Kontakt haben, und eine Vergesellschaftung erfolgt ausschließlich mit Artgenossen nach den richtigen Regeln.
Für wen ist der Degu geeignet?
- Familientauglichmit älteren Kindern
- Anfängertauglichbedingt
- Platzbedarfhoch
- Pflegeaufwandmittel
- Bewegungsdranghoch
- Wohnungshaltungsehr gut
Kurz gesagt: Der Degu passt zu ruhigen, verlässlichen Haltern, die Freude an lebhaften Beobachtungstieren haben und die zuckerfreie Ernährung sowie die Gruppenhaltung konsequent umsetzen.
Spricht für den Degu
- tagaktiv, dadurch gut zu beobachten
- intelligent und lernfreudig
- langlebiger als viele andere Kleinnager
- faszinierendes Sozialverhalten in der Gruppe
Sollte man bedenken
- strenge zuckerfreie Ernährung nötig
- hoher Platzbedarf, nie einzeln haltbar
- kein reines Kuscheltier
- empfindlicher Schwanz beim Anfassen
Was kostet ein Degu?
Die Anschaffung selbst ist günstig, ins Gewicht fällt vor allem die Ausstattung mit großem Gehege und Zubehör.
| Herkunft | Kosten | Inklusive |
|---|---|---|
| Tierheim / Tierschutz | ca. 15-25 Euro Schutzgebühr | meist gesundheitlich gecheckt, oft bereits als Gruppe |
| Jungtier vom Züchter | ca. 20-40 Euro | bei seriöser Zucht gesunde, sozialisierte Tiere |
Tipp aus der Redaktion
Verzichte konsequent auf jegliches Obst und zuckerhaltige Snacks. Belohne deine Degus stattdessen mit getrockneten Kräutern oder einem Stück ungespritztem Zweig, das schont die empfindliche Bauchspeicheldrüse und schützt vor Diabetes.
Einen Degu aus dem Tierheim adoptieren
In vielen Tierheimen warten Degu-Gruppen auf ein neues Zuhause mit ausreichend Platz. Wer sich für diese lebhaften Nager entscheidet, gibt gleich mehreren Tieren eine Chance.
Tierheim in der Nähe findenHäufige Fragen zum Degus
Bei artgerechter Haltung und zuckerfreier Ernährung werden Degus etwa 6 bis 8 Jahre alt. Falsche Fütterung mit Zucker verkürzt die Lebenserwartung durch Diabetes deutlich.
Ein Degu misst mit Schwanz rund 25 bis 30 Zentimeter, wobei der Körper etwa 13 bis 19 Zentimeter lang ist. Das Gewicht liegt zwischen 170 und 300 Gramm.
Im Tierheim liegt die Schutzgebühr bei etwa 15 bis 25 Euro, beim seriösen Züchter zahlt man rund 20 bis 40 Euro. Der größte Kostenpunkt ist das große, mehrstöckige Gehege samt Ausstattung.
Degus können Zucker nur schlecht verarbeiten und entwickeln dadurch schnell Diabetes und grauen Star. Deshalb sind Obst, Trockenfrüchte und zuckerhaltige Leckerlis tabu.
Nein, Degus sind hochsoziale Gruppentiere und dürfen niemals allein leben. Sie brauchen mindestens einen, besser mehrere Artgenossen, um nicht zu vereinsamen.
Einen Degus aus dem Tierheim adoptieren
Auch reinrassige Tiere wie der Degus landen immer wieder im Tierheim - etwa nach einem Umzug, einer Trennung oder Überforderung. Wer adoptiert, zahlt statt hoher Zuchtpreise nur eine Schutzgebühr und gibt einem Tier in Not ein Zuhause. Die Tierheime beraten ehrlich, ob ein Degus zu Ihrem Alltag passt.
Tierheime und Tierschutzvereine mit Vermittlungstieren - nach Bundesland und Ort.