Kaninchen aus dem Tierheim oder vom Züchter
Kaninchen sind gesellige, bewegungsfreudige Hasenartige, die in festen Gruppen leben und über feine Körpersprache miteinander kommunizieren. Ins Tierheim kommen sie besonders häufig, weil sie als vermeintlich anspruchslose Kinder- oder Ostertiere angeschafft und der Platzbedarf, die Gruppenhaltung und die Kosten dann unterschätzt wurden.
Wer Kaninchen paarweise und mit viel Auslauf hält, findet im Tierschutz zahlreiche liebenswerte Tiere, die auf ein neues Zuhause warten.
Charakter & Wesen
Kaninchen sind hochsoziale Tiere, die zwingend mindestens einen Artgenossen brauchen und sich in der Gruppe gegenseitig putzen, kuscheln und beschützen. Sie sind neugierig, bewegungsfreudig und legen mit ihren berühmten Freudensprüngen, den Hakenschlägen, ihre gute Laune offen. Zugleich sind sie Fluchttiere und reagieren sensibel auf Hektik, Lärm und grobes Hochheben. Mit Geduld und auf Augenhöhe bauen sie eine enge, vertrauensvolle Bindung zum Menschen auf.
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Erscheinungsbild
Kaninchen gibt es in enormer Vielfalt, von zierlichen Zwergrassen um ein Kilogramm bis zu Deutschen Riesen mit bis zu sieben Kilogramm. Das Fell reicht von glatt und kurz über plüschiges Rex-Fell bis zu langhaarigen Angorakaninchen, in vielen Farben und Zeichnungen. Auffällig sind je nach Rasse aufrechte Löffel oder die herabhängenden Ohren der Widderkaninchen. Kräftige Hinterläufe verraten den ursprünglichen Sprinter und Fluchtkünstler.
Wie alt wird ein Kaninchen? Gesundheit & Lebenserwartung
Kaninchen können bei guter Haltung 8 bis 12 Jahre alt werden. Als empfindliche Pflanzenfresser sind sie für einige typische Erkrankungen anfällig.
- Zahnprobleme: Die lebenslang wachsenden Zähne brauchen viel Heu, sonst kommt es zu schmerzhaften Fehlstellungen.
- Verdauung: Eine Verdauungsstörung mit Trommelsucht (aufgeblähter Bauch) ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
- Infektionen: Gegen Myxomatose und die Kaninchenseuche RHD muss regelmäßig geimpft werden.
Viel Heu, konstante Fütterung und der jährliche Impfschutz sind die wichtigste Vorsorge.
Haltung & Pflege
Kaninchen brauchen viel Platz und dürfen nicht in engen Käfigen leben. Ideal ist ein großes Gehege in der Wohnung oder ein geräumiges, gut gesichertes Außengehege, jeweils mit dauerhaftem Zugang zu Auslauf. Sie müssen mindestens zu zweit gehalten werden. Basis der Ernährung ist unbegrenzt Heu, dazu frisches Grün, Kräuter und Gemüse, nur wenig Trockenfutter. Langhaarrassen brauchen regelmäßiges Bürsten, ansonsten pflegen sich Kaninchen weitgehend selbst.
Kaninchen mit Kindern und anderen Tieren
Kaninchen eignen sich für Familien, wenn Kinder lernen, dass die Tiere nicht gern hochgehoben, sondern am Boden beobachtet und gestreichelt werden möchten. Als Fluchttiere mögen sie kein Bedrängen. Untereinander leben sie am liebsten als kastriertes Paar. Mit Meerschweinchen sollten sie nicht vergesellschaftet werden, da beide Arten unterschiedliche Bedürfnisse und keine gemeinsame Sprache haben.
Für wen ist das Kaninchen geeignet?
- Familientauglichgut
- Anfängertauglichbedingt
- Platzbedarfhoch
- Pflegeaufwandmittel
- Bewegungsdranghoch
- Wohnungshaltunggut möglich
Kurz gesagt: Das Kaninchen passt zu Haltern, die ausreichend Platz, einen Partner für das Tier und Verständnis für seine Sensibilität mitbringen und die Impfungen ernst nehmen.
Spricht für das Kaninchen
- gesellig und verschmust im Paar
- bei guter Haltung recht langlebig
- lässt sich in Wohnung oder Außengehege halten
- ausdrucksstarke Körpersprache
Sollte man bedenken
- hoher Platzbedarf, nie einzeln haltbar
- empfindliche Verdauung und Zähne
- regelmäßige Impfungen nötig
- kein Tier, das gern hochgehoben wird
Was kostet ein Kaninchen?
Die Anschaffung ist günstig, ins Gewicht fallen Gehege, Impfungen und die laufende Versorgung mit Heu und Frischfutter.
| Herkunft | Kosten | Inklusive |
|---|---|---|
| Tierheim / Tierschutz | ca. 20-40 Euro Schutzgebühr | meist geimpft, tierärztlich gecheckt, oft kastriert |
| Jungtier vom Züchter | ca. 20-60 Euro | bei seriöser Zucht gesunde, rassetypische Tiere |
Tipp aus der Redaktion
Halte niemals ein einzelnes Kaninchen und vergesellschafte es auch nicht mit einem Meerschweinchen. Das ideale Team ist ein kastrierter Rammler mit einer Häsin, denn nur ein Artgenosse spricht die Sprache des Kaninchens.
Ein Kaninchen aus dem Tierheim adoptieren
In den Tierheimen warten unzählige Kaninchen, oft schon als harmonierendes Paar, auf ein neues Zuhause. Mit einer Adoption schenkst du diesen sozialen Tieren Platz und Gesellschaft.
Tierheim in der Nähe findenHäufige Fragen zum Kaninchen
Kaninchen werden bei guter Haltung durchschnittlich 8 bis 12 Jahre alt. Ausgewogene Ernährung mit viel Heu und regelmäßige Impfungen tragen wesentlich zu einem langen Leben bei.
Das hängt stark von der Rasse ab: Zwergkaninchen wiegen nur 1 bis 2 Kilogramm, während Deutsche Riesen bis zu 7 Kilogramm erreichen. Die Körperlänge reicht von etwa 20 bis 70 Zentimetern.
Im Tierheim liegt die Schutzgebühr bei etwa 20 bis 40 Euro, beim seriösen Züchter zahlt man rund 20 bis 60 Euro. Hinzu kommen Kosten für ein großes Gehege, Impfungen und laufendes Frischfutter.
Kaninchen sind hochsoziale Gruppentiere und leiden in Einzelhaltung. Sie brauchen mindestens einen Artgenossen zum Putzen, Kuscheln und Kommunizieren, ein Mensch kann diesen Partner nicht ersetzen.
Kaninchen sollten regelmäßig gegen Myxomatose und die Kaninchenseuche RHD (auch RHD-2) geimpft werden. Diese Viruserkrankungen verlaufen oft tödlich und werden auch von Insekten übertragen.
Einen Kaninchen aus dem Tierheim adoptieren
Auch reinrassige Tiere wie der Kaninchen landen immer wieder im Tierheim - etwa nach einem Umzug, einer Trennung oder Überforderung. Wer adoptiert, zahlt statt hoher Zuchtpreise nur eine Schutzgebühr und gibt einem Tier in Not ein Zuhause. Die Tierheime beraten ehrlich, ob ein Kaninchen zu Ihrem Alltag passt.
Tierheime und Tierschutzvereine mit Vermittlungstieren - nach Bundesland und Ort.