Kaninchen aus dem Tierheim

Kaninchen beziehungsweise Zwergkaninchen gehören zu den beliebtesten Kleintieren in der Haustierhaltung. Das niedliche Aussehen sowie die Tatsache, dass die Tiere durchaus eine Beziehung zum Menschen aufbauen können, wissen viele Menschen immer wieder zu begeistern. Wer sein Herz an Kaninchen verloren hat, sollte allerdings bedenken, dass der Mensch niemals einen Artgenossen ersetzen kann und Kaninchen als Gruppentiere sehr sozial sind. Dementsprechend sollte man immer mindestens zwei Kaninchen halten. Das soziale Verhalten zeigt sich in den Interaktionen und kann so ausgiebig beobachtet werden. Zugleich erweist sich so manches Kaninchen als sehr zutraulich und folgt seinem Halter im Freilauf mitunter auf Schritt und Tritt. Sogar Tricks können Kaninchen lernen. Nicht nur beim Züchter und im Zooladen, sondern auch in den Tierheimen finden Tierfreunde zahlreiche Kaninchen, denen sie ein liebevolles Zuhause schenken können.

Kaninchen beziehungsweise Hasen als Haustiere

Die Zucht von Zwergkaninchen hat in Europa bereits eine rund hundertjährige Tradition und zielt einzig und allein auf die Haustierhaltung ab. Kaninchen werden dementsprechend schon lange als Haustiere gehalten. Dies gilt allerdings nur für Zwergkaninchen, denn andere Kaninchen dienten und dienen zum Teil nach wie vor als Nutztiere. Sogenannte Riesenkaninchen sind demnach nach wie vor Fleischlieferanten, werden aber auch immer häufiger als Haustiere gehalten. Wer sich für Kaninchen als Haustiere interessiert, darf allerdings nicht den Fehler machen, diese als Hasen zu bezeichnen. Umgangssprachlich mag dies zwar durchaus gebräuchlich sein, doch eigentlich handelt es sich bei Kaninchen und Hasen um verschiedene Tierarten, von denen nur Kaninchen auch in Menschenhand gehalten werden. Im Rahmen der Kaninchenzucht sind diverse Rassen entstanden, die sich mehr oder weniger stark voneinander unterscheiden. Bei den Riesenkaninchen gibt es unter anderem:

  • Deutsche Riesen
  • Englische Widder
  • Rote Neuseeländer
  • Thüringer

Aufgrund ihrer geringeren Größe werden jedoch Zwergkaninchen weitaus häufiger als Haustiere gehalten. Beliebte Kaninchenrassen sind hier:

  • Löwenköpfchen
  • Zwergwidder
  • Farbenzwerge

Die richtige Ausstattung für Kaninchen

Nur die wenigsten Menschen können oder wollen Kaninchen frei in der Wohnung oder frei im Garten halten. Der Garten lässt sich zumeist kaum komplett absichern und drinnen nagen die Tiere alles an, so dass ein Freilauf in der Regel nur unter Aufsicht möglich ist. Der Stall beziehungsweise der Käfig ist somit der wesentliche Aufenthaltsort der Kaninchen und sollte dementsprechend ausgestattet sein. Im Zoofachhandel werden zwar viele Kaninchenkäfige angeboten, doch diese sind für so aktive und bewegungsfreudige Tiere zumeist zu klein. Für zwei Zwergkaninchen sollte so eine Fläche von mindestens 150cmx0,75cm zur Verfügung stehen, so lautet zumindest die Empfehlung des Deutschen Tierschutzbundes. Klassische Gitterkäfige sind folglich eher ungeeignet. Stattdessen sind großzügige Gehege zu bevorzugen, die man käuflich erwerben, nach Maß anfertigen lassen oder in Eigenregie selbst bauen kann. Größere Kaninchenrassen brauchen zuweilen noch mehr Platz, so dass sich immer wieder die Frage stellt, ob man diesen Tieren in Innenhaltung überhaupt gerecht werden kann. Viel Freilauf ist stets ein absolutes Muss.

Hochwertiges Futter, frisches Wasser und angemessenes Einstreu dürfen ebenfalls nie fehlen in der Kaninchenhaltung. Weiterhin sind die folgenden Dinge essentiell für die richtige Ausstattung und sorgen für eine artgerechte Unterbringung:

  • Näpfe
  • Tränken
  • Heuraufen
  • Tunnel
  • Häuschen
  • zusätzliche Ebenen
  • Treppen
  • Zweige und Äste
  • Kuscheldecke
  • Kaninchentoilette

Eine adäquate Transportbox darf man ebenfalls nicht vergessen, denn nicht nur wenn ein Kaninchen einziehen soll, muss dieses transportiert werden. Auch etwaige Tierarztbesuche oder die Unterbringung bei Bekannten oder in einer Tierpension während des Urlaubs macht einen Transport der Kaninchen erforderlich.

Kaninchen aus dem Tierheim adoptieren

Viele Zoofachgeschäfte verkaufen auch lebende Tiere und bieten so die Möglichkeit, Kaninchen zu erwerben. Interessenten müssen sich somit nicht erst auf den Weg zu einem Züchter machen, sondern können ein Zwergkaninchen spontan kaufen. Die passende Ausstattung gibt es ebenfalls vor Ort, so dass man mit Tier und dem passenden Käfig den Heimweg antreten kann. Solche Spontankäufe entpuppen sich später aber nur allzu oft als falsche Entscheidungen, denn wer sich vorab nicht ausreichend informiert und unüberlegt ein Kaninchen gekauft hat, kann diesem mitunter gar nicht gerecht werden. Zudem werden zuweilen die Erwartungen enttäuscht oder man muss feststellen, dass man allergisch reagiert. Verantwortungsbewusste Tierfreunde sollten daher von derartigen Aktionen Abstand nehmen und stattdessen den Tierschutz unterstützen. Dort suchen zahllose Kaninchen ein neues Zuhause, so dass man sich den Traum von der Kaninchenhaltung erfüllen und zugleich etwas Gutes tun kann. In den meisten Tierheimen stehen einige Kaninchen zur Vermittlung, weshalb sich eine kurze Nachfrage immer lohnt. Im Gespräch mit den Tierheimmitarbeitern kann man erörtern, ob Kaninchen wirklich die richtigen Haustiere sind und ob man diesen tatsächlich gerecht werden kann. Ist dies der Fall, kann man in den Tierheimen einige Kaninchen kennenlernen und wird so mit Sicherheit rasch sein Herz an sie verlieren. Im Tierheim besteht zudem oftmals die Möglichkeit, gleich mehrere Tiere zu adoptieren. Hier kann man sicher sein, dass sich die Kaninchen untereinander verstehen und eine harmonische Gruppe bilden. Ansonsten kann die Vergesellschaftung durchaus eine Herausforderung sein, bei der die Tierheimmitarbeiter aber gerne behilflich sind. Menschen, die ein Herz für Kaninchen haben, sollten sich somit zuerst auf den Weg ins Tierheim machen.

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