Bengalkatze aus dem Tierheim

Die Bengalkatze ist eine Rarität unter den Rassekatzen, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass es sich dabei um keine klassische Katzenrasse handelt. Die Bengalkatze, die im deutschen Sprachraum zuweilen auch als Leopardette bezeichnet wird, ist durch die Verpaarung der kurzhaarigen Hauskatze mit der asiatischen Leopardenkatze, bei der es sich um eine Wildkatze handelt, entstanden. Dementsprechend ist in Zusammenhang mit der Bengalkatze auch von einer Hybridrasse die Rede. Katzenhybride sind echte Exoten und deutlich näher an der Wildkatze als andere Katzenrassen, die bereits seit zum Teil Jahrhunderten domestiziert sind. Für viele Menschen besteht genau darin der besondere Reiz einer Bengalkatze, denn so können sie sich gewissermaßen einen Tiger im Kleinformat nach Hause holen. Im Zuge der Zucht nähern sie sich immer mehr dem Menschen an, so dass zumindest nach einer oder mehreren Generationen durchaus eine Tauglichkeit als Haustier gegeben ist. Aus diesem Grund werden Bengalkatzen heutzutage nur noch reinerbig gezüchtet. Den Wildkatzenanteil kann man der Bengalkatze aber dennoch nicht absprechen.

Das äußere Erscheinungsbild der Bengalkatze

Auf den ersten Blick sieht die domestizierte Bengalkatze wie eine Wildkatze aus, was eines der zentralen Ziele der Zucht ist. Das kurze und getupfte Fell erweckt ebenso wie der geschmeidige Körperbau den Eindruck einer Wildkatze. Dabei können unterschiedlichste Farben vorkommen. Die typische Bengalkatze kommt allerdings mit der Fellzeichnung Brown Tabby Spotted daher.

Das Wesen der Bengalkatze

Bengalkatzen werden zwar mittlerweile reinerbig gezüchtet, so dass keine Verpaarungen mehr mit asiatischen Leopardenkatzen stattfinden, doch die besondere Entstehung der Katzenrasse macht sich im Wesen der Bengalkatzen durchaus noch bemerkbar. So gelten Bengalen als besonders lebhaft, aktiv und verspielt. Auch ihre Intelligenz ist beispielhaft, denn das Apportieren kann eine Bengalkatze durchaus lernen. Ihre natürliche Neugier und Intelligenz fordern die Halter aber in besonderem Maße, denn im Vergleich zu anderen Katzenrassen hat die Bengalkatze viel Beschäftigung nötig. Ansonsten können sich unerwünschte Verhaltensweisen zeigen. Wer sich eine oder mehrere Bengalkatzen anschaffen möchte, sollte sich dessen bewusst sein und auch wissen, dass Bengalen sehr mitteilungsfreudig sind. Zudem weisen sie oftmals einen gewissen Freiheitsdrang auf.

Die richtige Ausstattung für Bengalkatzen

Menschen, die der Faszination der Bengalkatze erlegen sind und sich einen solchen Stubentiger zulegen möchten, sollten sich zunächst intensiv mit der Rassebeschreibung befassen und auch bei verschiedenen Züchtern vorstellig werden, um das Zusammenleben mit einer Bengalkatze hautnah erleben zu können. Dann stellt sich natürlich die Frage, ob diese Katzenrasse die richtige Wahl ist. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Katzenleben deutlich mehr als zehn Jahre dauern kann und man für diesen Zeitraum die Verantwortung für das Tier trägt, sollte man hier nichts überstürzen. Wer sich aber absolut sicher ist, sollte vor dem Einzug der Katze ein paar Vorbereitungen treffen. Dabei geht es vor allem darum, die richtige Ausstattung für die neue Bengalkatze anzuschaffen. Wie in jedem anderen Katzenhaushalt auch, sind vor allem die folgenden Dinge ein absolutes Muss:

  • Katzentoilette
  • Katzenstreu
  • Kratzmöbel
  • Spielzeug
  • Bürste
  • Transportbox
  • Näpfe
  • Katzenfutter

Bei der Zusammenstellung der richtigen Ausstattung sollte man allerdings das ausgeprägte Temperament der Bengalkatze berücksichtigen. Der Kratzbaum beispielsweise sollte besonders robust sein. Außerdem zeigen viele Bengalkatzen einen ausgeprägten Freiheitsdrang. Aus diesem Grund ist es wichtig, beispielsweise einen gesicherten Balkon oder einen katzensicheren Garten zu bieten.

Bengalkatzen aus dem Tierheim adoptieren

Bengalkatzen sind in der Welt der Rassekatzen recht selten und dementsprechend auch im Tierschutz seltener anzutreffen. Aufgrund der hohen Preise, die die Züchter für Kitten verlangen, sind Spontankäufe hier eher die Seltenheit, was vielen Tieren im Endeffekt das Tierheim erspart. Nichtsdestotrotz sind auch Bengalkatzen nicht davor gefeit, ihr Zuhause zu verlieren. Eine schwere Erkrankung des Besitzers, veränderte Lebensumstände, durch die man der Katze nicht mehr gerecht werden kann, Überforderung oder auch der Tod des Besitzers können für Bengalkatzen den Verlust ihres Zuhauses bedeuten. Es ist also keineswegs ausgeschlossen, dass man im Tierheim auch auf die eine oder andere Bengalkatze stößt. Katzenfreunde, die ihr Herz an diese Rasse verloren und einem Tier aus dem Tierschutz ein neues Zuhause schenken möchten, dürften aber bei auf Bengalkatzen spezialisierten Tierschutzvereinen eher fündig werden. Diese vermitteln in Not geratene Bengalkatzen und stellen zuweilen auch den Kontakt zu Katzenhaltern her, die ihren Stubentiger schweren Herzens abgeben müssen. Eine exotische Bengalkatze kann man so durchaus auch aus dem Tierheim adoptieren, sollte sich aber auf eine umfassendere Suche gefasst machen.

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