Chihuahua aus dem Tierheim oder vom Züchter
Der Chihuahua ist die kleinste Hunderasse der Welt und ein selbstbewusster, mutiger Begleiter mit überraschend großem Charakter. Weil viele Menschen ihn als modisches Accessoire unterschätzen und seinen Erziehungsbedarf verkennen, landen Chihuahuas besonders häufig in Tierheimen - oft schlecht sozialisiert oder aus Modezuchten.
Wer Geduld mitbringt und den kleinen Hund als vollwertigen Hund behandelt, findet in ihm einen treuen und anhänglichen Freund.
Charakter & Wesen
Der Chihuahua steckt voller Selbstbewusstsein und weiß meist gar nicht, wie klein er ist. Er ist lebhaft, aufmerksam und seinen Bezugspersonen gegenüber sehr anhänglich, Fremden begegnet er eher zurückhaltend. Ohne konsequente Erziehung neigt er dazu, sein Territorium lautstark zu verteidigen und zum kleinen Tyrannen zu werden. Richtig geführt ist er ein kluger, treuer und mutiger Begleiter, der viel Persönlichkeit auf kleinstem Raum vereint.
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Erscheinungsbild
Der Chihuahua ist der kleinste Hund der Welt mit einem charakteristischen apfelförmigen Kopf, großen, aufrecht getragenen Ohren und runden, ausdrucksvollen Augen. Es gibt ihn in zwei Fellvarianten - kurzhaarig und langhaarig - in nahezu allen Farben und Zeichnungen. Trotz seiner zierlichen Erscheinung wirkt er kompakt und flink.
Wie alt wird ein Chihuahua? Gesundheit & Lebenserwartung
Der Chihuahua gehört mit 12 bis 18 Jahren, teils sogar mehr, zu den langlebigsten Hunderassen. Aufgrund seiner geringen Größe ist er jedoch für einige typische Probleme anfällig.
- Patellaluxation: das Verrutschen der Kniescheibe ist bei kleinen Rassen häufig.
- Hydrozephalus: ein Wasserkopf kann besonders bei extrem klein gezüchteten Tieren auftreten.
- Zahn- und Zahnfleischprobleme: im kleinen Kiefer stehen die Zähne eng, Zahnstein und Zahnverlust sind häufig.
Regelmäßige Zahnpflege, ein Schutz vor Kälte und Stürzen sowie eine seriose Herkunft ohne Zwergwuchs-Zucht sind die beste Vorsorge.
Haltung & Pflege
Der Chihuahua ist ein idealer Wohnungshund, der auch ohne Garten auskommt, aber tägliche Spaziergänge und geistige Beschäftigung braucht. Sein Fell ist pflegeleicht - Kurzhaar-Chihuahuas genügt gelegentliches Bürsten, Langhaar-Varianten sollten öfter durchgekämmt werden. Wichtig ist, ihn trotz seiner Größe als echten Hund zu behandeln, mit klaren Regeln statt ständigem Tragen.
Chihuahua mit Kindern und anderen Tieren
Für Familien mit sehr kleinen Kindern ist der Chihuahua nur bedingt geeignet, da er zierlich und verletzlich ist und bei grober Behandlung schnippisch reagieren kann. Mit älteren, rücksichtsvollen Kindern und gut sozialisiert kommt er dagegen gut zurecht. Anderen Hunden gegenüber ist er oft überzeugt von der eigenen Größe, weshalb frühe Sozialisierung wichtig ist.
Für wen ist der Chihuahua geeignet?
- Familientauglichbedingt
- Anfängertauglichbedingt
- Auslaufbedarfgering
- Pflegeaufwandgering
- Wachsamkeithoch
- Wohnungshaltungsehr gut geeignet
Kurz gesagt: Der Chihuahua passt zu Menschen, die einen kleinen, langlebigen Begleiter suchen und bereit sind, ihn konsequent zu erziehen, statt ihn nur zu verwöhnen.
Spricht für den Chihuahua
- klein, langlebig und ideal für die Wohnung
- geringer Bewegungs- und Pflegeaufwand
- anhänglicher, mutiger Begleiter mit viel Persönlichkeit
- auch für Senioren geeignet
Sollte man bedenken
- neigt ohne Erziehung zu Kläffen und Dominanz
- zierlich und empfindlich, kälteempfindlich
- nur bedingt für kleine Kinder geeignet
- anfällig für Zahn- und Knieprobleme
Was kostet ein Chihuahua?
Der niedliche Blick verleitet zum Spontankauf, doch auch beim kleinsten Hund fallen über viele Jahre Kosten für Futter, Zahnpflege und Tierarzt an.
| Herkunft | Kosten | Inklusive |
|---|---|---|
| Tierheim / Tierschutz | ca. 200-350 Euro Schutzgebühr | meist kastriert, geimpft, gechippt und tierärztlich untersucht |
| Welpe vom Züchter | ca. 1.200-2.000 Euro | nur bei seriser Zucht ohne extremen Zwergwuchs und mit Gesundheitsnachweisen |
Tipp aus der Redaktion
Meide Angebote von sogenannten Teacup-Chihuahuas unter einem Kilogramm - dieser extreme Zwergwuchs ist mit erheblichen Gesundheitsproblemen verbunden. Ein gesunder Chihuahua wiegt in der Regel zwischen 1,5 und 3 kg.
Einen Chihuahua aus dem Tierheim adoptieren
Gerade Chihuahuas aus Modezuchten warten häufig auf ein Zuhause mit klaren Regeln und echter Zuwendung. Gib einem kleinen Draufgänger die Chance auf ein Hundeleben ohne Vorurteile.
Tierheim in der Nähe findenHäufige Fragen zum Chihuahua
Der Chihuahua gehört zu den langlebigsten Hunderassen und wird oft 12 bis 18 Jahre alt, manche Tiere sogar älter. Gute Zahnpflege und eine gesunde Herkunft ohne extremen Zwergwuchs fördern ein langes Leben.
Der Chihuahua erreicht nur etwa 15 bis 23 cm Schulterhöhe und wiegt idealerweise zwischen 1,5 und 3 kg. Er ist damit die kleinste Hunderasse der Welt.
Im Tierheim liegt die Schutzgebühr meist bei 200 bis 350 Euro inklusive Impfung, Chip und oft Kastration. Ein Welpe aus seriöser Zucht kostet dagegen rund 1.200 bis 2.000 Euro.
Nur bedingt. Der Chihuahua ist zwar klein und pflegeleicht, braucht aber konsequente Erziehung, damit er nicht zum kleinen Kläffer wird. Wer bereit ist, ihn wie einen echten Hund zu behandeln, kann auch als Anfänger gut mit ihm zurechtkommen.
Nein, der Chihuahua hat einen eher geringen Bewegungsbedarf und kommt mit täglichen Spaziergängen und etwas Spiel gut aus. Wichtig ist trotzdem, ihn geistig und körperlich auszulasten, damit er ausgeglichen bleibt.
Alle Hunderassen im Überblick
Einen Chihuahua aus dem Tierheim adoptieren
Auch reinrassige Tiere wie der Chihuahua landen immer wieder im Tierheim - etwa nach einem Umzug, einer Trennung oder Überforderung. Wer adoptiert, zahlt statt hoher Zuchtpreise nur eine Schutzgebühr und gibt einem Tier in Not ein Zuhause. Die Tierheime beraten ehrlich, ob ein Chihuahua zu Ihrem Alltag passt.
Tierheime und Tierschutzvereine mit Vermittlungstieren - nach Bundesland und Ort.